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Alternativen werden empfohlen

Neue US-Militärbasis in Henoko wird vermutlich nie wirklich fertiggestellt

Seit Jahren soll die US Marine Corps Air Station Futenma in Ginowan in den Henoko Distrikt von Nago, Okinawa, umziehen. Bewohner protestieren jedoch heftig gegen den neuen Standort der US-Militärbasis. Das führt dazu, dass die Arbeiten nur sehr langsam vorangehen und laut Experten wohl nie vollendet werden.

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Die Bauarbeiten mussten bereits mehrmals verschoben werden und die Klagen gegen das Projekt sorgten für Verzögerungen. Aber auch die Umgebung macht Probleme und so müssen wegen des instabilen Bodens 71.000 Pfähle eingeschlagen werden.

Militärbasis dauert zu lange und kostet zu viel

Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) sieht es deswegen als unwahrscheinlich an, dass der Umzug jemals komplett abgeschlossen wird. In einem Bericht von letztem November wurde bereits angemerkt, dass die Militärbasis weiterhin Probleme macht, der Preis gigantisch ist und dass der Fertigstellungstermin von 2022 auf 2030 verschoben wurde.

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Aus den Gründen wird die Fertigstellung als unwahrscheinlich angesehen. Zumindest wird erwartet, dass die Regierung von den bisherigen Plänen abweicht und eine kleinere Anlage baut.

In einem Bericht von 2019 zeigte sich CSIS noch ein wenig zuversichtlicher. Dort hieß es, dass es aufgrund der Proteste der Bevölkerung nur langsam vorangeht. Aufgrund der Kosten und dem Zeitmanagement hat sich das Bild jedoch geändert.

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Aktuell kostet das Projekt mindestens 930 Milliarden Yen (7,1 Milliarden Euro) und ist damit mehr als doppelt so teuer wie geschätzt. Unter anderem wird nun sogar gefordert, dass das US-Militär eine Alternative für die Militärbasis suchen soll.

USA benötigte den Stützpunkt

Eine Zusammenarbeit zwischen den USA und Japan könnte dabei nicht nur die Beziehungen unterstützen. Es wäre auch möglicherweise die Präfektur Okinawa zu entlasten, die 70 Prozent der Einrichtungen des US-Militärs tragen muss.

Japan hat bisher allerdings wenig Interesse an anderen Möglichkeiten gezeigt. Für sie sei der Umzug die einzig praktikable Lösung, um die Wünsche der Bevölkerung zu erfüllen. Anwohner der Futenma-Militärbasis beschweren sich seit Jahren über extremen Fluglärm und ein hohes Unfallrisiko in den Wohngebieten.

Ein Umzug nach Henoko war allerdings nie gewünscht und die meisten Menschen in Okinawa sind gegen das Projekt. Trotzdem wurde Dezember 2018 mit den Rekultivierungsarbeiten an der Küste begonnen.

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Die USA sehen das Projekt ebenfalls als bedeutungsvoll an, allerdings als einen strategischen Punkt, um gegen China gewappnet zu sein. Das sie sich jedoch aktiv in die Pläne von Japan einmischen ist eher unwahrscheinlich. Ihnen ist am Ende nur die Militärbasis selbst wichtig, egal ob fertiggestellt oder nicht.

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