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Neue Vorschläge für ältere Fahrer in Japans Straßenverkehr

Ever Drive soll Fähigkeiten von Senioren testen

Die Gefahr durch ältere Teilnehmer im Straßenverkehr ist in Japan schon in den letzten Monaten immer wieder Thema gewesen. Nun soll eine Technologie helfen, Unfälle zu verhindern. Auch weitere Möglichkeiten sind im Gespräch.

Das Unternehmen Orix Auto Corp. bietet einen Service an, der „Ever Drive“ heißt. Mit diesem Programm können Senioren ihre Fähigkeiten hinter dem Steuer über PC oder Smartphones kontrollieren. Dabei sammelt das Unternehmen Daten über das Fahrverhalten, indem es auf eine am Fahrzeug angebrachte Vorrichtung zugreift. Diese misst die Häufigkeit von plötzlichem Bremsen und Beschleunigung sowie die Geschwindigkeitsübertretungen.

Service wird vornehmlich von älteren Fahrern genutzt

Ursprünglich hatte das Unternehmen gedacht, ihr 2017 gegründeter Service würde eher von Berufsfahrern genutzt: „Als wir den Service 2017 starteten, hatten wir erwartet, dass Benutzer Profis wie Taxifahrer und LKW-Fahrer sein würden, aber mehr als 80 Prozent der aktuellen Benutzer sind Menschen im Alter von Ende 70 bis Anfang 80“, sagte ein Firmenbeamter. Die Gebühr für das System beträgt monatlich 2.980 Yen (24,50 Euro).

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Die Firma ist aber sehr froh über die aktuelle Nutzung durch ältere Menschen. Auf dieser Grundlage könnten sie mit ihren Familienangehörigen besprechen, ob es für sie nicht sinnvoll wäre, den Führerschein abzugeben. „Wenn ein Elternteil und ein Nachkomme über die Rückgabe des Führerscheins der Eltern sprechen, geraten sie oft in emotionale Auseinandersetzungen, wobei das Kind sagt, dass es für ältere Menschen gefährlich ist zu fahren, und der Elternteil argumentiert, dass er oder sie noch sicher fahren kann“, sagte der Beamte. Mit den Zahlen von „Ever Drive“ können die Kinder ihre Eltern vielleicht überzeugen.

Gefahr durch ältere Fahrer im Straßenverkehr

In Japan hat vor allem ein Fall im April für Aufsehen erregt, bei dem ein älterer Fahrer ein dreijähriges Mädchen und seine Mutter tötete und neun weitere Passanten verletzte. Das führte zu einer großen Diskussion über die Frage, ob ältere Menschen noch Auto fahren sollten. Laut einer Umfrage der japanischen Regierung aus dem Juni fährt jeder Vierte über 80-Jährige noch Auto. Im selben Monat ergab ein Bericht über Verkehrssicherheit, dass Menschen ab 75 im Jahr 2018 mehr als doppelt so viele tödliche Verkehrsunfälle verursachten wie Menschen unter 75 Jahren.

Nun werden Möglichkeiten gesucht, dieses Risiko zu minimieren. Die Regierung hat ältere Fahrer aufgefordert, ihren Führerschein freiwillig zurückzugeben und das tun jedes Jahr mehr, doch immer noch nicht genug. Eine Alternative wäre der Vorschlag eines Sachverständigenausschusses: Er will einige ältere Menschen auf das Fahren in der Nähe ihrer Wohnungen zu beschränken. Doch die genauen Bedingungen müssen noch ausgehandelt werden.

Moderner Elektrorollstuhl als Alternative

Eine weitere Alternative ist ein moderner Elektrorollstuhl. Der 91-jährige Akio Takahashi, ein Bewohner Tokyos, der den Elektrorollstuhl namens Whill im Mai getestet hat, ist sehr zufrieden mit dem Rollstuhl. „Jetzt gehe ich gerne aus, da ich leicht in den Lebensmittelladen oder die Drogerie gehen kann.“ Der Rollstuhl ist besonders beweglich und kompakt, weshalb er auch in Wohnungsaufzüge passt. Takahashi sieht in dem Rollstuhl seine neue große Freiheit. Er hatte seinen Führerschein mit 85 Jahren abgegeben, obwohl er noch eine makellose Bilanz hatte. Das Auto fehlte ihm sehr, aber den Rollstuhl sieht er nun als angenehmere und vor allem sicherere Alternative.

Quelle: kyodo

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