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Mehr als Hundert Gemeinden wurden zu offiziellen Todeszahlen befragt

Neue Zählungen bestätigen mehr als 380.000 Todesopfer durch Luftangriffe auf Japan

Kürzlich jährte sich in Japan zum 75. Mal das Ende des Pazifik-Kriegs. Nach all den Jahren lässt sich allerdings immer noch nicht sagen, wie viele Menschen bei den Kämpfen ihr Leben verloren haben. Eine neue Umfrage könnte jetzt jedoch bestätigen, dass bei den Luftangriffen mehr als 380.000 Personen getötet wurden.

Die Mainichi Shimbun befragte im August 107 Gemeinden, darunter Tokyo, zu den Todeszahlen der Luftangriffe auf das Festland. Befragt wurden dabei in erster Linie Städte, die nach dem Krieg von der Regierung als Wiederaufbaugebiete deklariert wurden und die zur Pacific War National Air Raid Victim Consoling Association gehören. Neben den Opferzahlen wurde auch Listen an fehlenden Namen, bestätigten Namen und weitere Informationen zu den Angriffen erfragt.

Aufzeichnungen bleiben teilweise verschollen

Es ergab sich dabei, dass mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki um die 387.000 Menschen getötet wurden. Die meisten Opfer verzeichnete Hiroshima mit mindestens 140.000 Toten. Dahinter folgt Tokyo mit mindestens 94.225 Toten und Nagasaki mit 74.228. Osaka verzeichnet 10.388 Opfer und 28 weitere Städte kommen auf mindestens 1.000 Tote.

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Von allen Opfern sind von 221.336 Menschen die Namen bekannt. 36 Gemeinden besitzen Listen oder andere Dokumente mit den Namen der Verstorbenen. Bei 71 Behörden gab es keine Aufzeichnungen oder sie werden vermisst.

Allerdings gaben 13 an, dass es bei Organisationen oder anderen externen Einrichtungen Listen gebe. Trotzdem will die Mehrheit aller Kommunen keine Listen mit Namen erstellen, da es ein sehr schwieriges Unterfangen ist. 15 Gemeinden konnten zusätzlich gar keine Angaben zu den Opferzahlen machen. Dazu gehören Nagoya und Chiba. Alle hatten zwar 1956 Opferzahlen angeben, zurzeit können sie die Unterlagen von damals jedoch nicht finden oder sie wissen nichts davon, aufgrund des Zusammenschlusses von Kommunen.

Genaue Zahlen sind weiterhin nicht möglich

Es ist deswegen weiterhin nicht möglich eine genaue Zahl zu erfassen. Es gab zu Kriegszeiten und danach kaum gründliche Untersuchungen. Es dürfte aus diesem Grund so gut wie unmöglich sein die restlichen 160.000 Namen zu finden. Die japanische Regierung selbst geht seit einer Untersuchung von 1956 von etwa 500.000 Opfern aus.

Abweichend war unter anderem die Zahl der Atombombenopfer, die mit 260.000 beziffert wurde. Die UN korrigierte sie 1976 dann auf 140.000 runter.

Die Luftangriffe auf Japan fanden ab 1944 mit der Eroberung von Saipan regelmäßig statt und verliefen bis nach Tokyo. Zu Beginn war das Militär auf strategische Ziele bedacht, später wurden jedoch vor allem Großstädte willkürlich bombardiert. Vor allem der Angriffe am 10. März 1945 auf Tokyo gilt als einer der schrecklichsten in der Geschichte der Menschheit. 1.510 Tonnen an Brandbomben trafen mitten in der Nacht die Stadt und viele Bewohner wurden im Schlaf von dem Angriff überrascht.

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