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Neues Friedensmuseum im Katsuyama Park im Zentrum des Kokura-Kita Stadtteils

Neues Friedensmuseum feiert in Kitakyushu seine Eröffnung

Das im Frühjahr eröffnete Friedensmuseum in Kitakyushu befindet sich auf dem ehemaligen Kokura-Arsenal, einer der größten Waffenfabriken im Westen Japans während des Zweiten Weltkriegs.

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Die Anlage, deren Größe einen Umfang von 583 000 Quadratmetern hatte, war nicht nur Ziel von Luftangriffen sondern aufgrund seiner militärischen Bedeutung auch das eigentliche Primärziel des zweiten Atombombenabwurfs der Amerikaner.

Nagasaki nur Sekundärziel des Atombombenabwurfs

Am 9. August 1945 befand sich der B-29 Bomber Bockscar der 509th Composite Group mit seiner tödlichen Fracht auf den Anflug auf das Kokura-Arsenal, dem heutigen Kitakyushu

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Da eine Zielerfassung aufgrund zu starker Bewölkung nicht möglich war, änderte die B-29 kurzerhand ihren Kurs und warf als weltweit zweiten Atombombeneinsatz ihre „Fat Man“ genannte Bombe über Urukami in Nagasaki ab.

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Erst sehr viel später nach Kriegende wurde den Einwohnern von Kitakyushu bewusst, dass ihnen durch reiner Zufall die Tragödie von Hiroshima und Nagasaki erspart geblieben war, worauf 1973 im Katsuyama Park ein Gedenkstein mit einer jährlich stattfindenden Zeremonie errichtet wurde.

Nachlassendes Geschichtsbewusstsein bei den jüngeren Generationen

Zwar ist Stadtverwaltung inzwischen auch Mitveranstalter der Gedenkfeier und es werden zudem seit 2009 überall an Schulen und anderen Plätzen Kirschbäume gepflanzt, deren Setzlinge einer bei dem Atombombenabwurf ums Leben gekommenen Schülerin gewidmet sind.

Dennoch verblassen die Erinnerungen an den Krieg und die Folgen des Atombombeneinsatzes allmählich, sodass sich die Stadtverwaltung schließlich entschied, für rund 900 Millionen Yen ein Friedensmuseum zu errichten.

Den neueren Generation ohne eigene Kriegserfahrungen soll ein Ort geboten werden, an denen Ihnen der Schrecken des Krieges und die Tragödie des Nukleareinsatzes mit Videos, Schaubildern und anderen Exponaten nahegebracht wird.

Einseitige Darstellung contra Friedenserziehung

Genau hier liegt auch der Kritikpunkt an dem neuen Museum, Mitglieder von Bürgergruppen weisen darauf hin, dass das Kriegsleiden der Japaner in Japan zu sehr betont würde, während zu wenig darauf eingegangen wird, welches Leid der ursprüngliche Kriegsaggressor Japan mit seinen Invasionen während des Zweiten Weltkriegs anderen Ländern zugefügt habe.

Toshifumi Murakami, Professor der Pädagogischen Universität Kyoto, betont daher auch, dass das Museum den Frieden und das Verständnis dafür nicht fördern könne, wenn nur einseitig die inländische, japanische Sicht dargestellt würde.

Das Museum dürfe nicht nur Ausstellungsstücke präsentieren, sondern müsse auch ein Ort des Dialogs und des Austauschs sein, damit sich die Besucher ihre eigene Meinung bilden könnten. Man darf gespannt sein, ob das neue Friedensmuseum auch dieser Rolle gerecht werden kann und wird.

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