Stats

Anzeige
Home News Neues Museum in Hiroshima soll Pianos ausstellen, die den Atombombenabwurf überstanden

Sechs Klaviere und weitere Objekte werden ausgestellt

Neues Museum in Hiroshima soll Pianos ausstellen, die den Atombombenabwurf überstanden

Als 1945 in Hiroshima die Atombombe fiel, wurde eine Stadt dem Erdboden gleich gemacht. Wie durch ein Wunder überlebten jedoch einige Gegenstände die Zerstörung. Unter ihnen sind einige Pianos, die nun Teil eines Museums werden, das Besuchern etwas über den Frieden beibringen soll.

Gründer des Museums ist der 68 Jahre alte Mitsunori Yagawa, der Klavierstimmer ist und sich um Pianos kümmert, welche die Atombombe überlebt haben. Eröffnen soll das Museum auf dem Gelände einer Klavierwerkstatt im Asaminami Bezirk von Hiroshima.

Pianos dürfen angefasst werden

Der Bau wird um die 10 Millionen Yen kosten (76.968,03 Euro), wobei Yagawa einen Teil davon von seinen eigenen Ersparnissen bezahlt. Sechs Atombomben-Pianos und zahlreiche andere Artefakte werden hingegen gespendet. Dazu werden vier weitere Klaviere ausgestellt, die schwere Luftangriffe in ganz Japan überlebten.

LESEN SIE AUCH:  Pianos, die Hiroshima-Atombombenabwurf überlebten, touren für den Frieden durch Japan

Besucher werden die Möglichkeit haben, alle Klaviere anzufassen. Auf einem großen Bildschirm soll zusätzlich gezeigt werden, wie die Ausstellungsobjekte für die Friedenserziehung genutzt werden können. Eröffnen soll das Museum vermutlich im Juni, wobei ein genaues Datum noch nicht feststeht.

Das Museum soll sich vor allem in der Friedenserziehung dienen. Yagawa sagt, dass er das Museum bauen will, bevor er zu alt wird, um weiterzuarbeiten. Bereits jetzt werden für ihn die Touren mit dem Lkw, in dem er die Klaviere zu Veranstaltungen transportiert, immer schwerer.

Kinder sollen etwas über Frieden lernen

Kindern sollen so jederzeit Kontakt zu den Klavieren haben und ihrer Hintergrundgeschichte weitergeben. Die Klaviere würden zwar einen Klang erzeugen, aber keine Ideen vermitteln, wie er erklärt. Yagawa hofft deswegen, dass Kinder in dem Museum etwas spüren, wenn sie die Instrumente hören. Gleichzeitig will er auch mit dem Vorurteil aufräumen, dass die Klaviere verstrahlt und gefährlich sind.

Yagawas Vater, der 1997 im Alter von 78 Jahren starb, überlebte den Atombombenbombenabwurf. Allerdings sprach er kaum mit seinem Sohn über das Erlebte. Trotzdem verschrieb sich Yagawa dem Friedensaktivismus. Ebenfalls restauriert er gebrauchte Klaviere und spendet sie Sozialeinrichtungen.

Ein kaputtes Klavier, das alles änderte

1998 wurde ein kaputtes Klavier vom Hersteller Yamaha von einer Gruppe Atombombenüberlebenden zu Yagawa gebracht. Es befand sich nur drei Kilometer des Hypozentrum in Hiroshima entfernt und wurde durch die Druckwelle gegen die Wand geworfen.

Geschockt von der Geschichte des Instruments und wie sehr die Menschen mit ihm verbunden waren, gelang es ihm, das Klavier wieder herzustellen. 2001 wurde mit dem Piano zum Jahrestag des Atombombenabwurfs ein Konzert gegeben, mit enormem Erfolg.

Die Klavierstimmer machte es sich daraufhin zur Aufgabe, die Geschichte der Atombomben-Pianos zu vermitteln und gleichzeitig es weiter klingen zu lassen. Das erste Klavier hat nun mehr als 2.500 Konzerte in- und außerhalb von Japan absolviert. Mittlerweile ist Yagawa sogar international bekannt und er ist aktuell für sechs Atombomben-Pianos zuständig.

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen

Kommentare

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments