Stats

Anzeige
Home News NHK soll sich nach rassistischem Video erklären

Entschuldigung sei nicht ausreichend

NHK soll sich nach rassistischem Video erklären

Vor einigen Tagen veröffentlichte der japanische Sender NHK im Rahmen einer Nachrichtenshow ein Erklärungsvideo zur „Black Lives Matter“-Bewegung. Das sorgte allerdings aufgrund der rassistischen Stereotypen und falschen Informationen für große Empörung. NHK entfernte das Video, was Akademikern nicht reicht. Sie fordern eine Erklärung.

Akademiker aus den USA und Japan schickten den Sender am 12. Juni einen fünf Seiten langen Brief. In ihm forderten sie den Sender auf, zu klären wie es zur Entstehung und Veröffentlichung des Videos kommen konnte. Es wird die Frage gestellt, warum die Inhalte nicht ausreichend intern geprüft wurden. Ebenfalls sollen sie ihren Standpunkt zu der Thematik deutlich machen und Maßnahmen ergreifen, damit sich so etwas nicht wiederholt.

Video erweckt falschen Eindruck

Die Experten für US-Studien machen dabei deutlich, dass der Inhalt des Videos sich nicht ignorieren lässt und Erklärungsbedarf hat. Es zeigt eine stereotypische Darstellung eines schwarzen Mannes als muskulösen, groben und gewalttätigen Menschen. Es wird dazu erklärt, dass diese Darstellung besonders in den USA zur Legitimation des Lynchen von Schwarzen und Polizeigewalt gegen sie genutzt wird.

LESEN SIE AUCH:  Osakas Demonstration zu Black Lives Matter zieht 1000 Menschen an

Weiter hatten zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung am 7. Juni die Ausschreitungen nachgelassen und größtenteils wurde friedlich zusammen mit Weißen demonstriert. Es würde deswegen nicht die aktuelle Lage widerspiegeln, sondern nur ein sehr verfälschtes Bild.

Auch die Sendung selbst wird kritisiert. Es wurde erklärt, dass die Polizeigewalt angeblich aus Angst vor den Schwarzen entsteht. Auf den historischen Hintergrund der Gewalt, die in der Sklaverei begann und heute unter anderem in Gefängnissen weiter geht, wurde nicht wirklich eingegangen. Ebenfalls wurde nicht ausreichend erwähnt, dass die Wut auf die Jahrhunderte lange, systematische Diskriminierung eine wichtige Ursache für die Proteste ist.

Entschuldigung ist nicht ausreichend

Gegenüber NHK selbst wird die Entschuldigung kritisiert. Nach der massiven Kritik wurde das Video am 9. Juni entfernt und eine Entschuldigung veröffentlicht. In ihr erklärt der Sender jedoch nicht warum das Programm problematisch war. Es wird gefördert, dass NHK aufhört den Fall als Zuschauerinterpretation anzusehen. Sie sollen den Vorfall in ihrer Verantwortung klären und zeigen, wie es dazu erst kommen konnte.

Unterschrieben wurde das Schreiben, das an den NHK Präsidenten, der internationalen Nachrichteneinheit und der allgemeinen Nachrichtenabteilung ging, von 13 Forschern. Unter ihnen befindet sich Professor Fumiko Sakashita von der Ritsumeikan University und Yasumasa Fujinaga von der Woman’s University Tokyo. Allerdings sollen noch mehr Unterstützer aus Japan und den USA dazu kommen.

MS

Anzeige
Anzeige

Weitere Themen

Kommentare

1 Kommentar
Inline Feedbacks
View all comments