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Glaubwürdigkeit beschädigt

NHK untergräbt die Glaubwürdigkeit des öffentlichen Rundfunks in Japan

Im vergangenen Jahr hatte die NHK ausführlich über die Olympischen Spiele berichtet, unter anderem mit einer Dokumentation aus der Sicht der Regisseurin Naomi Kawase. Darin war auch ein Bild von Protesten gegen die Spiele enthalten, das allerdings mit einer falschen Bildunterschrift unterlegt war.

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Dieser Fehler wurde vom japanischen Ausschuss für Rundfunkethik und Programmverbesserung in einer schriftlichen Stellungnahme als „ernsthaften Verstoß gegen die Rundfunkethik“ bezeichnet.

Nicht der erste Verstoß von NHK

Es ist nicht das erste Mal, dass das Komitee einen Verstoß bei NHK festgestellt hat und es stellt sich die Frage, ob der Sender sich eigentlich an seine Verpflichtung hält, unparteilich und fair zu berichten.

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Der Dokumentarfilm interviewte anonym einen Mann, der angeblich an der Demonstration teilgenommen hatte. NHK schrieb in den Untertitel, dass er sagte, er sei für seine Teilnahme bezahlt worden sei. Der Mann selbst war allerdings gar kein Teilnehmer der Demonstration und etwas später musste sich der Sender bei ihm entschuldigen.

Bei der Bearbeitung des Filmmaterials fügte der Sender eine Aussage des Mannes über eine andere Demonstration ein, anstelle dessen, was er über die Anti-Olympia-Demonstration geäußert hatte.

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Das Komitee des Ausschusses für Rundfunkethik und Programmverbesserung kam zum Schluss, dass die Sendung den Wert des Protests konsequent untergraben hat.

Die Mitglieder des Ausschusses kommentierten, dass unwahre Inhalte in einer halb-fertigen Art und Weise ausgestrahlt wurden und dass dies nahezu vorsätzlich geschah. Ferner wies die Ethikkommission in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass die Mitarbeiter des Programms wenig Interesse an sozialen Bewegungen hätten, und erklärte schließlich: „Es ist unklar, ob böswillige Absicht im Spiel war.“

Sender verstieß klar gegen seine eigenen Richtlinien

In einer Stellungnahme hatte NHK den Fehler verharmlost, obwohl es offensichtlich war, dass der Sender klar gegen seine eigenen Übertragungsrichtlinien verstoßen hatte. In den Richtlinien heißt es, dass Fakten und Probleme auf der Grundlage einer genauen Berichterstattung auf den Punkt zu bringen sind. Dies ist hier eindeutig nicht geschehen.

Laut des Ausschusses für Rundfunkethik und Programmverbesserung hat der Sender so das Vertrauen in die NHK als Ganzes beschädigt.

Darüber hinaus war dies nicht die einzige fragliche Berichterstattung des Senders zu den Olympischen Spielen.

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