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Schulen öffnen für Kinder, deren Eltern arbeiten müssen

Nicht alle japanische Schulen haben nun geschlossen

Fast alle Präfekturen in Japan haben am Montag mit der Schließung von Schulen begonnen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

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Einige Schulen bieten aber weiterhin die Betreuung von Kindern an, die nicht so schnell freibekommen haben.

Kinder im Grundschulalter werden in einigen Schulen weiterhin betreut

Vom 2. bis 13. März haben 167 städtische Schulen in der Stadt Saitama  in Ostjapan nördlich von Tokyo geschlossen. Aber die Schulen betreuen Kinder im Grundschulalter, deren Eltern aufgrund von Arbeit oder anderen Verpflichtungen Schwierigkeiten haben, zu Hause zu sein.

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Die Betreuung findet allerdings nicht in den normalen Klassenzimmern statt, sondern in den Hauswirtschaftsräumen oder der Bibliothek der Schulen. Die Kinder sitzen weit voneinander entfernt und die Fenster sind geöffnet, um für eine Belüftung zu sorgen.

Die Eltern müssen bei Schulbeginn ein Planungsblatt ausfüllen. Dort tragen sie die Fächer ein, die ihre Kinder an dem Tag lernen sollen.

Shimane lässt Schulen offen

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Als einzige Präfektur hat Shimane keine Schulen geschlossen, allerdings wurde in der Präfektur auch noch keine Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Einige Eltern haben dennoch gemischte Gefühle.

So auch eine Mutter, deren Kind in die Koshibara-Grundschule in Matsue geht: „Ich bin dankbar, dass die Schule geöffnet ist, aber ich mache mir auch Sorgen, dass sie sich mit dem Coronavirus anstecken könnte.“

Durch diese Ankündigung haben viele Schulen auch die Abschlussfeiern, die in ganz Japan zurzeit gefeiert werden, abgesagt. Allerdings führte dies auch zu Protesten, so dass einige Schulen die Feierlichkeiten abhalten, allerdings mit weniger Besucher.

Subventionen sollen Unternehmen und Eltern helfen

Japans Premierminister Shinzo Abe forderte vergangene Woche alle Schulen des Landes auf, bis Anfang April zu schließen. Die Forderung führte allerdings zu Kritik von berufstätigen Eltern und Experten.

Viele Eltern befürchteten, dass sie kein Urlaub bekommen, um sich um ihre Kinder zu kümmern und Experten sagten, dass so eine Maßnahme die Ausbreitung des Coronavirus nicht eindämmen wird. Unternehmen befürchten, dass diese Maßnahme dazu führt, dass Arbeitskräfte fehlen werden.

Am Montag gab das japanische Gesundheitsministerium bekannt, dass es eine Subvention für Unternehmen bereitstellen wird, die während der Schulschließungen ihre eigenen bezahlten Urlaubssysteme eingerichtet haben und Eltern mit Kindern, die Grund- und Sonderschulen besuchen, oder Kinder, die im Verdacht stehen, mit dem neuen Coronavirus infiziert zu sein, Urlaub nehmen.

Durch die Zahlung von bis zu 8.330 Yen pro Arbeitnehmer pro Tag zwischen dem 27. Februar und dem 31. März möchte das Ministerium Unternehmen dabei helfen, Arbeitnehmer für Einkommensverluste zu entschädigen.

Die Regierung zahlt auch Subventionen, wenn berufstätige Eltern einen Babysitter beauftragen müssen.

Die Stadt Kimotsuki in der Präfektur Kagoshima kündigte an, einen Zuschuss von 3.500 Yen pro Kind im Grundschulalter zu gewähren, um die finanzielle Belastung für Eltern zu verringern, da die Kinder nun nicht mehr in der Schule essen.

Unternehmen reagierten auf die Situation mit geänderten Öffnungszeiten. Der Supermarktbetreiber Life Corp. öffnet seine Geschäfte nun eine halbe Stunde später, andere Geschäfte haben angekündigt eine bis zwei Stunden früher zu schließen.

MA

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