Anzeige
HomeNachrichten aus JapanNigerianer stirbt nach Hungerstreik in japanischer Haft

Hungerstreik als Protest gegen Inhaftierung

Nigerianer stirbt nach Hungerstreik in japanischer Haft

Ein nigerianischer Mann starb in dieser Woche in einer japanischen Einwanderungshaftanstalt, teilte ein Beamter der Einwanderungsbehörde mit. Der Mann protestierte mit einem Hungerstreik gegen seine Inhaftierung, die bereits mehr als drei Jahre andauerte.

Anzeige

Der Mann ist damit der 15. Tote seit 2006 in einem System, das wegen medizinischer Standards, der Überwachung von Inhaftierten und der Reaktion der Wärter auf einen medizinischen Notfall häufig kritisiert wird.

Der Mann starb am Montag in Nagasaki, nachdem er das Bewusstsein verloren hatte und in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, gab ein Beamter der Haftanstalt an, der unbekannt bleiben möchte.

Umgang mit Asylsuchenden verstößt gegen Menschenrechte

RINK, eine Gruppe, die Gefangene unterstützt, erklärte gegenüber einer Nachrichtenagentur, der Nigerianer sei aus Protest gegen seine langwierige Inhaftierung in einen Hungerstreik getreten. Woran er auch verstorben sein dürfte.

Damit ist der Mann nicht alleine, weitere 27 Ausländer befinden sich in einem Gefängnis in Ushiku in einem Hungerstreik. Einige von ihnen haben 47 Tage nichts gegessen, sagte eine Sprecherin der Gruppe.

Anzeige

Darunter ist ein 23-jähriger Mann, der vor mehr als zwei Jahren nach Japan kam und Asyl beantragte. Er hat mittlerweile so viel Gewicht verloren, dass er einen Rollstuhl benutzen muss.

Außerdem sind zwei weitere Männer in Ushiku seit nun fünf Jahren inhaftiert.

„Die Realität einer längeren Haft ist nichts anderes als eine Verletzung der Menschenrechte“, so die Sprecherin.

Hungerstreik bestätigt

Ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde bestätigte, dass es in der Haftanstalt Ushiku Menschen im Hungerstreik gibt, aber er sagte nicht wie viele. Allerdings wird sich um sie medizinisch gekümmert und versucht sie zum Essen zu überreden.

Anzeige

Einwanderung ist ein umstrittenes Thema in Japan, wo ethnische und kulturelle Homogenität tief verwurzelt sind, obwohl das Land versucht, mehr Ausländer als Arbeitskräfte anzulocken.

Nach den neuesten öffentlichen Angaben hielt Japan bis Juni 2018 etwa 1.500 Häftlinge fest, fast die Hälfte davon länger als sechs Monate.

Etwa 604 waren Asylsuchende, deren Anträge abgelehnt wurden, während der Rest für verschiedene Verstöße gegen die Einwanderungsbestimmungen wie etwa Visaregeln festgehalten wurde.

Schwere Vorwürfe gegen Japans Einwanderungsbehörde

Erst vor Kurzem hat ein kurdischer Asylbewerber schwere Vorwürfe gegen Japans Einwanderungsbehörde erhoben.

Der Mann war für 17 Monate ohne Vorwarnung eingesperrt worden. Während seiner Haft wurde ihm ärztliche Untersuchung verweigert, als er über Kopf- und Brustschmerzen geklagt hatte.

Quelle: MA

Anzeige
Anzeige