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Hungerstreik wegen übermäßig langer Inhaftierung

Nigerianer stirbt nach Hungerstreik in japanischer Haftanstalt

Die japanische Einwanderungsbehörde gab am Dienstag bekannt, dass ein Nigerianer im Juni in einer Haftanstalt im Südwesten Japans verhungert ist. Der Mann war in den Hungerstreik getreten, um gegen seine übermäßig lange Haftstrafe zu demonstrieren.

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Der Mann starb laut der Einwanderungsbehörde am 24. Juni im Einwanderungszentrum in Omura, in der Präfektur Nagasaki. Er hat Essen und medizinische Versorgung verweigert.

Keine gewaltsame Nahrungszufuhr

Die Leitung der Haftanstalt entschied, dass er nicht gewaltsam gefüttert werden sollte. Im Bericht heißt es, dass man angemessen auf die Situation reagiert hat.

Der Mann hatte am 30. Mai aufgehört zu essen, worauf Beamte der Einrichtung seinen Gesundheitszustand überprüft hatten und versucht haben, ihn zu überreden, dass er etwas isst.

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Der Mann wurde in verschiedenen Strafsachen verurteilt und nach seiner vorläufigen Freilassung aus dem Gefängnis im November 2015 in die Haftanstalt gebracht. Dem Bericht zufolge sollte er wegen Wiederholungsgefahr nicht aus der Haftanstalt entlassen werden.

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Eine Abschiebung kam für den Mann nicht infrage, da er Familie in Japan hatte.

Haftanstalten für Immigranten immer wieder in der Kritik

In Japans Einwanderungshaftanstalten sind Personen eingesperrt, deren Visum abgelaufen ist oder die abgeschoben werden sollen. Viele Menschen werden allerdings für sehr lange Zeit inhaftiert, wenn sie sich weigern abgeschoben zu werden oder ihre Heimatländer die Rückkehr ablehnt.

Bürgergruppen kritisieren die Einwanderungsbehörde immer wieder, da die Behandlung der Inhaftierten oft menschenunwürdig ist und die Haft oft sehr lange andauert.

Die Einwanderungsbehörde schreibt in ihrem Bericht: „Das Problem der längeren Inhaftierung soll durch die Vereinfachung der Rückführung gelöst werden.“

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Ende letzten Jahres befanden sich 1.246 Personen in Einwanderungslagern, von denen 681 nach Angaben der Agentur länger als sechs Monate in Haft waren.

Quelle: Kyodo

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