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Nordkorea feuert erneut Rakete über Japan hinweg

Nordkorea soll nach südkoreanischen Medienberichten erneut eine Rakete in Richtung Pazifik abgefeuert haben. Das Geschoss soll über den Nordosten Japans geflogen sein. Die japanische Regierung hat bereits mit Konsequenzen gedroht.

Nordkorea soll in der Nacht zum Dienstag erneut eine Rakete abgeschossen haben, die Japan überflogen hat. Premierminister Shinzo Abe kündigte umgehend an, dass man „alle Schritte“ unternehmen wolle, um die Bevölkerung in Japan zu schützen. Die Einwohner betroffener Gebiete wurden bereits per J-Alert-Frühwarnsystem dazu aufgefordert, im möglichen Katastrophenfall Schutz zu suchen.

Aus Nordkorea heisst es, dass man um 5.57 Uhr (Ortszeit) ein „nicht identifiziertes“ Geschoss abgefeuert habe, das ca. 2.700 Kilometer weit flog und 1.180 Kilometer östlich von Hokkaido ins Meer fiel. Nähere Angaben über die Flugroute liegen noch nicht vor.

Das Regime in Pjöngjang hat bereits am Samstag drei Kurzstreckenraketen abgefeuert – offenbar als Reaktion auf ein gemeinsames Militärmanöver der USA und Südkorea.

Nordkorea hatte Anfang August damit gedroht, mehrere Raketen in Richtung Guam abzufeuern, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Regime mit „Feuer und Wut“ gedroht hatte. Japan verurteilte die Drohungen Nordkoreas und bezeichnete die wiederholten Provokationen als „inakzeptabel“.

Itsunori Onodera erwägt Einsatz von Raketenabwehrsystem

Der kürzlich (wieder)ernannte Verteidigungsminister Itsunori Onodera ging noch einen Schritt weiter und kündigte an, dass man nordkoreanische Raketen abschießen könne, sollten diese in Richtung Guam fliegen. Da ein Raketenangriff die Existenz Japans bedroht, könne das Land mit dieser Maßnahme von seinem Recht auf kollektive Selbstverteidigung Gebrauch machen und das Raketenabwehrsystem Aegis einsetzen.

Bisher war es Japan gemäß seiner pazifistischen Nachkriegsverfassung nur möglich, Raketen abzuschießen, die auf das eigene Land zielen. Nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2016 ist es Japan allerdings auch erlaubt, die USA und andere Verbündete zu verteidigen, falls diese von einem Feind angegriffen werden und Japans Sicherheit damit unmittelbar gefährdet wird.
Konflikt zwischen USA und Nordkorea erreicht eine neue Dimension
Die Lage zwischen Nordkorea und den USA hatte sich weiter zugespitzt, nach dem US-Präsident Donald Trump Pjöngjang Anfang August mit „Feuer und Wut, wie die Welt sie noch nicht zuvor gesehen hat“ drohte, sollte Nordkorea weiter provozieren.

Nordkorea gab daraufhin bekannt, dass es insgesamt 4 Raketen in die Gewässer vor der Insel Guam schießen will. Die ballistischen Raketentests sind für Mitte August geplant und sollen die japanischen Präfekturen Himane, Hiroshima und Kochi überfliegen. In Südkorea wurde nach den jüngsten Entwicklungen der Nationale Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengerufen.
Die kleine US-Pazifikinsel Guam ist ein beliebtes Urlaubsziel bei Japanern. Die USA unterhalten dort einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt.

Wiederholte Provokationen aus Nordkorea

Trotz Verboten des UN-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland hatte Nordkorea am 28. Juli 2017 eine Interkontinentalrakete getestet. Als Reaktion auf den Test verhängte der UN-Sicherheitsrat die bisher schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen das Regime. Seit letztem Jahr hatte Nordkorea immer wieder illegale Raketentests durchführen lassen. Von insgesamt 4 ballistischen Raketen, die im März 2017 getestet worden sind, landeten 3 innerhalb der 200-Meilen-Zone vor der japanischen Küste. Das Regime in Pjöngjang verfolgt dabei u.a. das Ziel, eine nukleare Langstreckenrakete zu entwickeln, die die Westküste der USA erreichen kann.

Sorge vor einem nordkoreanischen Raketenangriff

Zwar hofft man In Japan nach den Provokationen Nordkoreas zwar weiterhin auf eine friedliche Lösung, aber die Regierung hat die Bevölkerung schon vorsorglich vor einem möglichen Angriff gewarnt und verschiedene Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt.

Quelle: Japan Times

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