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Oberster Gerichtshof spricht Ex-Aum-Shinrikyo-Mitglied endgültig frei

Der Oberste Gerichtshof von Japan sprach das ehemalige Mitglied der Aum Shinrikyo-Sekte von jeder Schuld frei.

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Am 20. März 1995 ereignete sich der schlimmste Anschlag in der Geschichte Japans. Mitglieder der Ōmu Shinrikyō-Sekte, auch Aum Shinrikyo-Sekte genannt, setzten in U-Bahn-Stationen und Waggons das starke Nervengas Sarin frei. Der Anschlag kostete 13 Menschen das Leben, mehr als 6.200 Personen wurden verletzt.

Zwei verdächtigte Mitglieder der Sekte waren bis 2012 auf der Flucht. Darunter auch die heute 46-jährige Naoko Kikuchi, die sich nun vor Gericht verantworten musste, allerdings nicht für den Sarin-Anschlag, sondern für die Briefbombe, die am 16. Mai 1995 an den Tokioter Gouverneur Yukio Aoshima geschickt wurde. Aoshima selbst wurde nicht verletzt, aber einem Beamten wurde die linke Hand zerfetzt.

Kikuchi soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft das Material für die Bombe besorgt und transportiert haben, mit dem Wissen, dass ein Anschlag geplant sei. Nach Ansichten des Gerichtshofs jedoch soll das Ex-Mitglied nicht gewusst haben, was sie transportierte, daher wurde sie freigesprochen. Damit wurde die 2014 durch das Bezirksgericht verhängte fünfjährige Gefängnisstrafe aufgehoben. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde am 25. Dezember abgelehnt.

Damit ist Naoko Kikuchi offiziell eine freie Frau und das einzige verdächtige Mitglied der Sekte, das freigesprochen wurde. Katsuya Takahashi, der kurz nach Kikuchi festgenommen wurde, hatte nicht so viel Glück. Er wurde in fünf Fällen wegen Mordes und mehreren weiteren Punkten schuldig gesprochen. Takahashi hat allerdings Berufung gegen seine lebenslange Haft eingelegt, die zurzeit geprüft wird. 13 weitere Mitglieder wurden bereits vor Jahren zum Tode verurteilt.

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