Anzeige
HomeNachrichten aus JapanDie Olympischen Spiele in Tokyo erhalten Verbot für belästigende Foto- und Videoaufnahmen

Komitee reagiert auf Beschwerden

Die Olympischen Spiele in Tokyo erhalten Verbot für belästigende Foto- und Videoaufnahmen

Die Olympischen Spiele in Tokyo rücken immer näher und Japan arbeitet an den letzten Vorbereitungen. Das Organisationskomitee hat am Dienstag nun beschlossen, dass Foto- und Videoaufnahmen während der Spiele verboten sind, wenn sie mit bösen Absichten gemacht werden.

Anzeige

Während der Vorstandssitzung des Komitees am Dienstag wurde bestätigt, dass Aufnahmen jeglicher Art von Sportlern an den Wettkampfstätten verboten sind, wenn sie sich als sexuelle Belästigung oder Belästigung allgemein einstufen lassen.

Olympischen Spiele sollen sicherer für Athleten werden

Private Aufnahmen an sich sind weiterhin erlaubt, es wird aber Kontrollen geben. Besucher müssen demnach damit rechnen, dass Mitarbeiter ihre Aufnahmen überprüfen wollen, wenn sie einen Verdacht haben. Bei einem Verstoß gegen das Verbot werden entsprechende Maßnahmen ergriffen.

LESEN SIE AUCH:  Die Olympischen Spiele in Tokyo, ein Milliardengrab für Japan

Zu dem Verbot erklärte Mikako Kotani, olympische Bronzemedaillengewinnerin im Synchronschwimmen, dass sie immer wegen solcher Belästigungen besorgt war. Sie setzte sich deswegen als Sportdirektorin des Organisationskomitees und Leiterin des Teams zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter für die Regelung ein.

Viele Sportler sind wegen belästigender Aufnahmen besorgt und es gab bereits in der Vergangenheit mehrere Beschwerden wegen Fotos oder Videos, die als sexuelle Belästigung angesehen wurden. Unter anderem meldet sich eine Sportlerin letzten Sommer bei der Japan Association of Athletics Federation.

Anzeige

Von ihr wurden heimlich Fotos mit sexueller Absicht gemacht und anschließend mit obszönen Texten in den sozialen Medien veröffentlicht. Als Reaktion wurde im November von sieben Gruppen, darunter das Olympische Komitee, eine Erklärung veröffentlicht. In ihr verurteilten sie Handlungen wie voyeuristische Aufzeichnungen und die Verwendung von Aufnahmen in den sozialen Medien für böswillige Zwecke.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Obwohl das Verhalten offensichtlich unangemessen ist, gab es bei den Olympischen Spielen bisher keine eigenständigen Regelungen, was nun geändert wurde. Für Kotani sei es ein großer Schritt solche Belästigungen als eindeutige verbotene Handlungen festzulegen, um dagegen vorzugehen. Sie möchte deswegen auch die Öffentlichkeit über das Verbot informieren.

An sich sind heimliche Aufnahmen von Personen in Japan verboten. Jedoch bezieht sich die bisherige Gesetzeslage nur auf bestimmte Örtlichkeiten, wie Schulen, Arbeitsplätze und die eigene Wohnung. Sporteinrichtungen gelten hingegen bisher nicht als geschützt Orte.

Anzeige
Anzeige