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Es wird nun Zuhause getrunken

Pandemie sorgt in Japan für mehr betrunkene Autofahrer am frühen Abend

Im Rahmen der Coronamaßnahmen sollten Restaurants früher schließen und Bars den Ausschank von Alkohol einschränken. Das hat nun dazu geführt, dass betrunkene Autofahrer schon viel früher unterwegs sind.

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Die Polizei der Präfektur Wakayama bestätigte, dass sich die Zeiten für betrunkene Autofahrer seit der Pandemie verschoben haben. Normalerweise erwischen sie mehr Autofahrer unter Alkoholeinfluss, desto später es wird. Das hat sich jedoch seit diesem Jahr verändert.

Autofahrer wollen oft mehr Alkohol kaufen

Zwischen 19 Uhr und 21 Uhr wurden deutlich mehr Fälle gemeldet als üblich. Während es 2019 in dem Zeitraum nur sechs Fälle gab, stiegen sie für dieses Jahr auf 21 Fälle an. Die gegenteilige Entwicklung gab es für den Zeitraum von 23 Uhr bis 1 Uhr. 2019 gab es 23 Fälle und 2021 nur neun.

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Auch während der Golden Week musste die Polizei mehr betrunkene Fahrer anhalten, als in den letzten Jahren. Zwischen dem 29. April und dem 5. Mai gaben sechs Personen an, dass sie Daheim getrunken hatten. Einige gaben als Grund für die Autofahrt an, dass sie mehr Alkohol kaufen wollten.

Nur drei Fahrer waren in einer Bar oder ähnlichem. Jeweils eine Person hatte am Fluss und im Convenience Store getrunken. Gleichzeitig war fast die Hälfte der gesamten betrunkenen Fahrer zwischen 9 Uhr und 18 Uhr unterwegs, was ungewöhnlich ist.

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Die Polizei geht davon aus, dass die Veränderungen mit den Coronamaßnahmen zusammenhängen. In Wakayama wurden Bewohner bis zum 6. Juni aufgefordert zu Hause zu bleiben. Dazu waren bis zum 31. Mai Restaurants und Bars angehalten früher zu schließen und den Zeitraum für den Ausschank von Alkohol zu kürzen.

Wer Zuhause trinkt, soll auch Zuhause bleiben

Aufgrund der Verschiebung der Zeit hat die Polizei sich nun angepasst und legt den Fokus nicht nur auf die Unterhaltungsviertel. Es werden nun auch Parks, Flussufer und ähnliche Orte überprüft, zu denen sich Menschen zum Trinken zurückziehen können.

Die Verkehrsabteilung erklärte zusätzlich, dass einige nicht wissen, dass betrunken Autofahren ein Verbrechen ist. Am Ende sind die Folgen jedoch für alle Beteiligten fatal. Die Polizei bittet deswegen darum, zu Hause zu bleiben, wenn auch zu Hause getrunken wird. Gleichzeitig rufen sie dazu auf, dass Familien das Problem zusammen lösen, den die Behandlung von Alkoholismus bleibt wichtig, weil in der Pandemie die Zahl der Alkoholkranken steigt.

2017 waren 17,1 Prozent der Verkehrsunfalltoten auf betrunkene Autofahrer zurückzuführen. Das war damals die höchste Quote in ganz Japan. Deswegen wurde 2019 eine neue Verordnung verabschiedet, bei der angehaltene Personen sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen müssen, um sie bei Alkoholismus in Behandlung zu schicken. Das System ist erfolgreich und seitdem gab es nur einen einzigen alkoholbedingten Verkehrstoten.

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