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Arbeitsstil in Japan ändert sich langsam

Pandemie verändert die Art zu Arbeiten in Japan

Die Pandemie hat in Japan dazu geführt, dass die Möglichkeit, wie man Arbeitet, auch anders funktioniert, als man es gewohnt ist.

Homeoffice, gestaffelte Arbeitszeiten und eine viertägige Arbeitswoche, wurden als Maßnahme vor einer Infektion mit dem Coronavirus ausprobiert.

Viele wollen an der neuen Art zu Arbeiten festhalten

Nun, wo Japan den Ausnahmezustand aufgehoben hat, fährt die Wirtschaft langsam wieder an, doch viele Arbeitnehmer haben kein Interesse mehr daran, wieder in den alten Arbeitsstil zurückzufallen.

So auch Chihiro Oyama, die für die Personalentwicklung bei NTT Data Corp. in Tokyo zuständig ist. Sie möchte von nun an 80 Prozent im Homeoffice arbeiten.

Oyama beginnt ihre Arbeit zu Hause um 7 Uhr morgens und arbeitet bis Mittag, bevor sie den Rest des Nachmittags mit ihrem Kind verbringt. „Nachdem ich den Dreh raus hatte, konnte ich die gleichen Ergebnisse erzielen wie im Büro“, sagte sie.

Mehr zum Thema:  Was denken die Japaner über ihre Arbeit im Homeoffice?

Sie hat häufige E-Mail- und Chat-Interaktionen online, sagt aber: „Es ist schwierig, Gespräche zu führen, bei denen es um nichts geht, dass Onlinegeschäft betrifft.“ Stattdessen bemüht sie sich, an Tagen, an denen sie ins Büro geht, aktiv mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren.

Gestaffelte Arbeitszeiten führen zum Stressabbau

Nachdem der Ausnahmezustand Anfang April erklärt worden war, wurden Mitarbeiter von NTT Data gebeten, nicht zur Arbeit zu kommen. Ab Juni sollen 50 Prozent oder mehr der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten und diejenigen, die ins Büro kommen, müssen ihre Arbeitszeiten staffeln.

Yuji Nomura, der an der Entwicklung einer künstlichen Intelligenz im Unternehmen beteiligt ist, kam im März 30 Minuten später als gewöhnlich zur Arbeit.

Der spätere Arbeitsbeginn hat Stress abgebaut, da er Menschenmassen im öffentlichen Verkehr vermeiden könne. Er denkt daran, zwei- oder dreimal pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten und in Zukunft gestaffelte Stunden im Büro zu arbeiten.

Keidanren fordert eine Förderung einer neuen Art zu Arbeiten

Am 14. Mai, dem Tag, an dem der Ausnahmezustand für den größten Teil Japans aufgehoben wurde, forderte die Japan Business Federation (Keidanren) die Mitgliedsunternehmen auf, die Einführung „verschiedener Arbeitsstile“ in Betracht zu ziehen, darunter Homeoffice, eine viertägige Arbeitswoche und gestaffelte Arbeitszeiten.

Toshiba Corp. hat begonnen, die Einführung einer viertägigen Arbeitswoche für Büroarbeiten und Fabriken in Betracht zu ziehen. Andere große Unternehmen wie Hitachi Ltd. und Mitsubishi Electric Corp. haben angekündigt, dass sie vorerst für rund 50 Prozent ihrer Mitarbeiter von zu Hause aus weiterarbeiten werden.

Interesse bei Unternehmen in Japan steigt

Die in Tokyo ansässige Bellface Inc., die ein Online-Geschäftskonferenzsystem bereitstellt, das Benutzer über Smartphone oder Festnetz verbindet, verzeichnete einen raschen Anstieg der Anfragen.

In den viereinhalb Jahren seit der Gründung ist die Anzahl der Unternehmen, die das System nutzen, von 1.300 auf über 10.000 im März und April gestiegen, als eine kostenlose Version eingeführt wurde, um Unternehmen bei der Bekämpfung der Coronavirus-Krise zu unterstützen.

Während sich die Kunden immer noch hauptsächlich in der Metropolregion Tokyo befinden, hat die Akzeptanz insbesondere in den vom Ausbruch betroffenen Gebieten wie den Präfekturen Hokkaido, Osaka und Hyogo zugenommen.

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