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Maßnahmen reichen nicht aus

Parteien in Japan versprechen, mehr für Kinder zu tun, doch das reicht nicht aus

Die Parteien in Japan versprechen im Wahlkampf für die Parlamentswahlen mehr Hilfe für Kinder. Das hört sich auf den ersten Blick zwar gut an, allerdings sind die einkalkulierten finanziellen Mittel viel zu wenig.

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Sowohl die Regierungs- als auch die Oppositionsparteien haben eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, darunter kostenlose Hochschulbildung, die Einrichtung einer Behörde, die sich nur um die Belange von Kindern kümmert, und eine Einmalzahlung in Höhe von 100.000 Yen (ca. 756 Euro) für jedes Kind in Japan.

Kinder spielen kaum eine Rolle in der Politik

Das Problem ist allerdings, dass die öffentlichen Ausgaben für Familienleistungen und Bildung in Japan im internationalen Vergleich sehr niedrig sind. Außerdem hat das Land eine sehr hohe Kinderarmutsquote. Daher reichen die Wahlversprechen bei Weitem nicht aus, um die ganzen Probleme zu lösen.

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Japan gibt etwa 1,8 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Familienleistungen aus, was unter dem Durchschnitt der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von etwa 2,3 Prozent liegt und weit hinter Frankreich zurückbleibt, das die Rangliste mit 3,6 Prozent anführt.

Unter 37 vergleichbaren OECD-Ländern rangiert Japan auf dem letzten Platz, wenn es darum geht, wie viel Volksvermögen 2018 für Bildungseinrichtungen ausgegeben wurde.

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Die Kinderarmutsquote in Japan lag 2018 bei 13,5 Prozent und damit höher als in anderen großen Industrieländern. Die Armutsquote unter Alleinerziehenden ist mit 48,1 Prozent besonders hoch.

LDP verspricht viel, macht aber keine genauen Angaben

Und gerade die LDP macht keine gute Figur, wenn es um die Verbesserung der Situation von Kindern im Land geht. Als einzige Partei gibt die LDP in ihrem Wahlprogramm keine korrekten Zahlen an, wie viel finanzielle Mittel sie bereitstellen will. Das zeigt, dass es innerhalb der LDP großen Widerstand der Kräfte gibt, die traditionell kinderfeindlich eingestellt sind.

Hilfsorganisationen rechnen daher damit, dass wenn die LDP die Wahl gewinnt, die Kindergeldpolitik des Landes in eine gefährliche Richtung gelenkt werden wird.

Andere große Parteien, darunter die oppositionelle Demokratische Verfassungspartei Japans, rufen zu einer stärkeren Unterstützung auf und versprechen, das Budget für Kinder zu verdoppeln, das Kindergeld zu erhöhen und die kostenlose Bildung sowie Stipendien auszuweiten.

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