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Für eine "umfassende Sexualerziehung"

Petition mit 43.000 Unterschriften fordert in Japan eine angemessene Sexualerziehung

Japan liegt, was die Sexualerziehung anbelangt, immer noch weit hinter anderen Ländern zurück. Nun wurde beim Bildungsministerium eine Petition mit rund 43.000 Unterschriften eingereicht, die die Überarbeitung der Lehrpläne sowie die Einführung einer „umfassenden Sexualerziehung“ fordert.

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Eine moderne, auf den Menschenrechten basierende Sexualerziehung umfasst nicht nur die Lehren rund um die menschliche Anatomie und das Fortpflanzungssystem, sondern sie beinhaltet auch die umfassende und systematische Aufklärung über Beziehungen, sexuelle Vielfalt und die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Keine Aufklärung bis zur Mittelstufe

Die UNESCO hat 2009 gemeinsam mit anderen Gruppen Leitlinien für eine umfassende Sexualerziehung erstellt. Laut dieser Richtlinien sollten Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren über Sex und Verhütung aufgeklärt werden.

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In den aktuellen japanischen Richtlinien für die Junior High School steht jedoch, dass der Ablauf einer Schwangerschaft nicht gelehrt wird. Über Verhütung und Sex im Allgemeinen werden die Kinder und Jugendlichen bis zur neunten Klasse genauso wenig aufgeklärt. Der Lehrplan sieht die Abhandlung dieser wichtigen Themen einfach nicht vor.

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Auf der anderen Seite lag die Zahl der Abtreibungen bei den 10- bis 19-Jährigen nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales im Jahr 2020 bei über 10.000.

Immer mehr Stimmen fordern die Einführung einer umfassenden Sexualerziehung

Auch die gemeinnützigen Organisation Pilcon setzt sich für eine umfassende Sexualerziehung an Schulen ein. Asuka Someya, die Leiterin der Gruppe, hat ebenfalls an der Unterschriftenaktion teilgenommen. Sie ist der Ansicht, dass die heutige Sexualerziehung in Japan nicht der Realität von Teenagern entspräche.

Auf einer Pressekonferenz nach der Einreichung der Petition am 30. November wurde bekannt, dass ein Beamter des Bildungsministeriums auf die Frage von Pilcon, wie die umstrittene Bestimmung zustande gekommen sei, geantwortet hat: „Es gibt (über die Bestimmung) keine Verfahrensunterlagen mehr und nichts, was ausdrücklich angibt (wie sie zustande kam).“

Someya kommentierte diesbezüglich: „Wir vermuten, dass das Bildungsministerium die Vorschrift aufgrund der Annahme erlassen hat, dass Kinder der Mittel- und Oberstufe keinen Sex haben. Aber das ist einfach nicht die Realität.“

Auch sie hält die Überarbeitung der aktuell noch immer geltenden Vorschriften für absolut notwendig: „Unabhängig davon, ob ein Kind Interesse an Sex hat, möchte ich, dass die Behörden ein Umfeld schaffen, in dem es lernen kann, seinen eigenen Körper zu schützen und auch den Körper der anderen Person zu respektieren.“

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