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Minderjährige erledigen Aufgaben von Erziehungsberechtigten und leiden stark darunter

Pflegemanager in Japan sehen immer mehr Kinder als Pfleger von Verwandten

Japans Bevölkerung wird immer älter und das bedeutet, dass es immer weniger Menschen gibt, die sich um Ältere kümmern können. Pflegemanagern im ganzen Land berichtet nun allerdings von einer besorgniserregenden Entwicklung. Immer mehr Kinder kümmern sich um Familienmitglieder.

Zwischen dem 5. Juni und dem 15. Juni führte die Mainichi Shimbun eine Umfrage über die Webseite Care Management Online durch. Die Seite bietet verschiedenen Informationen zu Pflegemanagern an und wird von Internet Infinity Inc. betrieben, einem Dienstleister für Pflege- und Gesundheitslösungen. Von den 92.000 registrierten Usern antworteten 1.303 auf die Umfrage.

Haushalt und medizinische Versorgung

Die Umfrage ergab, dass jeder sechste Pflegedienst in Japan von Minderjährigen durchgeführt wird. 16,5 Prozent der Befragten haben an, dass Minderjährige an der Pflege beteiligt sind, für die eigentlich Eltern verantwortlich sind. Überwiegen handelt es sich dabei Highschool Schüler, wobei Mädchen mit einem Verhältnis von sechs zu vier überwiegen.

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Nach der Anzahl der Fälle folgen dahinter Mittelschüler, Teenager ab 18 Jahren und Grundschüler. Mehrheitlich mussten sich die Kinder um die Großmutter, die Mutter und den Großvater kümmern. Teilweise gab es auch Haushalter, in dem mehrere Personen Pflege benötigten. Mehr als die Hälfte der 215 User berichten von „jungen Betreuern“, die kochen, putzen und Wäsche waschen müssen.

Ebenfalls helfen sie die Pflegebedürftigen beim Essen, wechseln der Kleidung, bewegen sie, gehen einkaufen, führen Reparaturen im Haus durch und tragen schwere Sachen. Weiter helfen sie beim Toilettengang, baden, waschen und geben emotionale Unterstützung, helfen bei der medizinischen Versorgung mit Medikamenten. Diese Tätigkeiten wurden bei den Minderjährigen aufgelistet.

Psychische und physische Probleme

Neben den Tätigkeiten wurde in der Umfrage auch gefragt, wie die Pflege sich auf „jungen Betreuer“, die noch zur Schule oder arbeiten gehen, negativ auswirkt. So soll es einen Rückgang an Bildungsleistungen geben, da die Kinder nicht zur Schule gehen können.

Gleichermaßen wurden emotional Instabilität, das Gefühl von Einsamkeit sind, unbefriedigende Hygiene und die fehlende Möglichkeit an außerschulischen Aktivitäten teilzunehmen, Schulklubs mit eingeschlossen, genannt. Aber aus physische und psychische Gesundheitsproblem sollen vorkommen. Nur 30 der 215 User gaben an, dass es keine Probleme bei den Kindern gab.

Besonders in Bezug auf die Pandemie soll sich die Lage in den Familien allgemein verschlechtert haben. 82,5 Prozent aller Befragten berichten von mehr Müdigkeit und Stress in den Haushalten bei der Betreuung. Auch zu mehr Streits und Frustrationen kommt es laut 72,2 Prozent. Weitere Isolationen durch Schulschließungen und das Vermeiden herauszugehen, soll es bei 71,1 Prozent geben.

Regierung und Schulen sollen mehr tun

96,4 Prozent der befragten Pflegemanagern gaben an, dass das Unterstützungssystem nicht ausreicht. Es soll die aktuellen Lager der jungen Betreuer erkannt werden. Maßnahmen seien als Folge dringend notwendig, um die Lage zu bessern. 35,1 Prozent aller Befragten haben an, dass Schulsozialarbeiter und Schulberater helfen sollen. Bei 31,5 Prozent soll die Regierung mehr Unterstützung leisten.

Pflegemanagern gibt es erst seit 2000 mit der Überarbeitung des Pflegeversicherungssystems. Sie erstellen Pflegedienstpläne zu den genutzten Leistungen der Versicherung und beraten Familien allgemein. Einmal im Monat besuchen sie die Personen, um sich die Pflege im Haushalt anzugucken.

MS

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