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Bessere Unterstützung für Infizierte ist wichtiger

Pflegeverbände lehnen Strafen für Verstöße gegen Corona-Maßnahmen in Japan ab

Drei Pflegeverbände haben eine Erklärung veröffentlicht, in dem sie sich gegen die geplanten Strafen in Japan für Menschen, die gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen, aussprechen.

Die Japan Academy of Public Health Nursing, die Japan Association of Public Health Nurse Educational Institutions, die Public Health Nurse Activities Research Group und die Japan Association of Nursing Academics sprachen sich gegen den Gesetzesentwurf zur Überarbeitung des Gesetzes zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten aus, den die japanische Regierung in der nächsten Legislaturperiode verabschieden will.

Pflegeverbände warnen vor Diskriminierung

Viele haben sich gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen, darunter auch Mitarbeiter der öffentlichen Gesundheitszentren, die befürchten, dass die Verhängung von Strafen die Zahl der Menschen, die sich weigern, Tests zu machen, erhöhen und zu einer Ausbreitung von Infektionen führen würde.

Mehr zum Thema:  Japan will Geld- und Gefängnisstrafen für Verstöße gegen Corona-Maßnahmen einführen

Mit Blick auf vergangene Maßnahmen gegen Lepra und andere Infektionskrankheiten, die zur Diskriminierung von Patienten und zu Menschenrechtsverletzungen führten, heißt es in der Erklärung, dass Zwangsverfügungen Angst und Furcht schüren und zur Diskriminierung führen werden.

Die Pflegeverbände drückten ihre Besorgnis darüber aus, dass die Strafen das Risiko bergen, bestimmte Verhaltensweisen zu provozieren, wie z.B. die Verweigerung von Tests oder Krankenhausuntersuchungen oder das Verschweigen von Symptomen, was zu einem großen Rückschlag für die Coronavirus-Gegenmaßnahmen in Japan führen wird.

Bessere Unterstützung gefordert

Darüber hinaus heißt es in der Erklärung, dass zu den Faktoren, die zu einer Verweigerung eines Krankenhausaufenthalts führen, Probleme im Zusammenhang mit der Kindererziehung oder der Pflege sowie wirtschaftliche Schwierigkeiten, die aus einer vorübergehenden Freistellung von der Arbeit resultieren, gehören.

Zudem fordern die Verbände eine Verbesserung sowohl der Beratungsdienste für infizierte Personen als auch des Unterstützungssystems für hospitalisierte und sich erholende Patienten.

Die japanische Regierung plant, dass Menschen, die sich nicht an die von den Präfekturen festgelegten Maßnahmen halten, eine Strafe von bis zu 1 Million Yen oder ein Jahr Haft bekommen können.

Unternehmen, die sich nicht an die Aufforderung halten, ihre Öffnungszeiten zu verkürzen sollen Sanktionen in Höhe von bis zu 500.000 Yen bekommen.

Der Gesetzesentwurf wurde bereits vom Kabinett genehmigt, die Zustimmung des Parlaments ist daher nur noch eine Formsache.

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