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HomeNachrichten aus JapanPikachu könnte in Japan bald ein zulässiger Name werden

Ungewöhnliche Namen sollen bald möglich werden

Pikachu könnte in Japan bald ein zulässiger Name werden

Im Moment wird in Japan über ein neues System diskutiert, das Lesehilfen für Namen vorsieht. Dabei geht es darum, dass phonetische Zeichen zur Unterstützung des Lesens von Kanji-Namen in japanischen Familienregistern einbezogen werden. Ein Gremium des Justizministeriums hat nun drei Vorschläge für den Umgang mit ungewöhnlichen Namen vorgelegt.

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Das Gremium des Legislativrat des Justizministeriums hat am 17. Mai einen vorläufigen Entwurf für einen Gesetzentwurf zur Änderung des Familienregistergesetzes erarbeitet und will dem Justizminister bis zum Ende des Jahres 2022 einen Bericht vorlegen.

Lesehilfen für Namen werden im Moment nicht in das Familienregister aufgenommen

Das Gesetz über das Familienregister enthält derzeit keine Bestimmungen über Lesehilfen für Namen, und phonetische Zeichen, die angeben, wie Namen auszusprechen sind, werden nicht in das Familienregister aufgenommen.

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Da die Organisation von Namen nach phonetischen Symbolen, die etwa 50 Lauten entsprechen, bequemer ist als die Handhabung von Namen in Kanji, hat der Unterausschuss im Zuge der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen Diskussionen über das neue System geführt.

Der jüngste Vorschlag sieht vor, dass die Lesehilfen entweder in Hiragana oder Katakana, den beiden Arten von phonetischen japanischen Silbenschriften, angegeben werden. Es wurden drei Pläne für die zulässigen Arten von Lesehilfen vorgelegt, insbesondere für sogenannte „kira-kira-Namen“, deren Kanji anders gelesen werden als ihre herkömmliche Aussprache.

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Der entspannteste Vorschlag sieht vor, keine Regeln im Gesetz über das Familienregister aufzustellen und ungewöhnliche Namen zuzulassen. Fälle wurden ausgenommen, bei denen die Befürchtung besteht, dass sie gegen die öffentliche Ordnung, die Moral und das Wohl des Kindes verstoßen. So ein Fall wäre „Akuma“ (Teufel).

Der strengste Vorschlag sieht vor, Namen auf solche zu beschränken, die die üblichen oder gebräuchlichen Lesungen der Kanji oder eine Aussprache, die als mit den Kanji verbunden erkannt werden kann, aufweisen.

Aus „chu“ wird „Pikachu“

Nach diesem Vorschlag kann etwa das chinesische Zeichen für „Meer“ oder „Marine“ als „Marin“ gelesen werden. Ein Name, der ein Kanji mit der Bedeutung „Licht“ oder „Glanz“ enthält, das üblicherweise als „chu“ gelesen wird, kann dann auch als „Pikachu“ gelesen werden. Die Lesung von Namen, die von den Kanji abweicht, darf jedoch nicht zugelassen werden.

Der dritte Vorschlag sieht vor, Fälle zuzulassen, in denen die Lesung von Namen eine Verbindung zu den Kanji aufweist oder es einen triftigen Grund für die Lesung gibt, auch wenn sie nicht der üblichen oder gebräuchlichen Aussprache entspricht.

Das Gremium schlägt vor, die Öffentlichkeit zu verpflichten, Namen mit den Lesehilfen zu melden und die Gemeinden zu veranlassen, die Lesungen nach eigenem Ermessen aufzulisten, wenn sie nicht innerhalb einer bestimmten Frist gemeldet werden.

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