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Betrunkener Politiker fordert Japaner auf, die Kurilen durch Krieg zu erobern

Hodaka Murayama gehört zu der rechten Partei Nippon Ishin no Kai (jap. 日本維新の会, dt. etwa „Versammlung für die Erneuerung Japans“). Die Partei ist dafür bekannt, ziemlich provokative und aggressive Aussagen über die Außenpolitik zu treffen.

Ishihara Shintaro, einer der Gründer der Partei, wurde bereits aus der Partei ausgesprochen, da dieser sich wiederholte Male im Ton vergriffen hatte.

Im Jahr 2014 forderte er die japanischen Behörden auf, China anzugreifen. Ihm wurde vorgeworfen, Konflikte um die umstrittenen Senkaku-Inseln anzuregen, die von China und Taiwan beansprucht werden. Auf die Frage, was er getan hätte, wenn er Premierminister gewesen wäre, sagte Ishihara, dass er den Krieg mit China begonnen und gewonnen hätte.

Auch Murayama übertrieb es dieses Mal und wurde nun aus der Partei ausgeschlossen, da er am 11. Mai, während eines Austauschprogramms auf der Insel Kunashiri, gefordert hatte, in den Krieg zu ziehen und die Insel zurückzuerobern.

Insel durch Krieg zurückerobern

Das Programm soll die Freundschaft zwischen ehemaligen Inselbewohnern und den heutigen russischen Bewohnern fördern. Murayama sollte als Berater die Delegation bei diesem Austausch unterstützen.

Die Japaner waren gezwungen, Kunashiri zu verlassen, nachdem die Insel von sowjetischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkrieges besetzt wurde.

Während einer Versammlung wandte sich Maruyama an Koyata Otsuka, einen der Leiter der japanischen Delegation und ehemaliger Einwohner der Insel, und fragte ihn: „Bist du dafür oder dagegen, in den Krieg zu ziehen, um diese Insel zurückzuerobern?

Als Otsuka sagte, er sei gegen den Krieg, widersprach Maruyama: „Nichts wird erreicht werden, wenn wir nicht in den Krieg ziehen.“

Kurilen Dispute, Murayama
Bild: yuruneto.com

Otsuka weigerte sich, sich für einen Krieg einzusetzen und meinte, dass man die Insel nur auf eine friedliche Weise zurückbekommen könnte. Diese Antwort war wohl nicht befriedigend für den jungen Politiker und er versuchte weiterhin Otsuka von der Idee eines Krieges mit Russland zu überzeugen.

Aussage unter Alkoholeinfluss

Nun wurde das Gespräch öffentlich gemacht und man zwang Maruyama, sich zu entschuldigen. Als Grund für die Kriegsaufforderung gab er an, dass er unter Alkoholwirkung stand und nicht über die Gefühle von ehemaligen Inselbewohnern nachgedacht habe. Als Reaktion auf diesen Vorfall wurde er aus seiner Partei ausgeschlossen.

Eigentlich wurde erwartet, dass der Politiker seine Ämter niederlegen wird, allerdings schrieb er am 14. Mai auf Twitter, dass er plant, sein Mandat zu behalten.

Die russischen Medien haben über den Fall in einem leichten Ton berichtet. Es gab eher wenig Kritik, wahrscheinlich weil Maruyama betrunken war. Dennoch hat der Journalist von Regnum NEWS Agency, einem russischschen Nachrichtendienst,  den Fokus auf die Frage: “also, wenn jetzt in Russland Unruhe herrscht, ist es doch ok, die Insel zurückzunehmen, oder?” gelegt.

Die Befürchtung, dass andere Länder “Unruhen in Russland” ausnutzen könnten, findet man immer wieder in den russischen Nachrichten, sowie in populären Blogs.  Viele japanische Politiker und Journalisten deuteten darauf hin, dass Maruyamas Vorschlag gegen alle Grundprinzipien des internationalen Rechts verstößt.

Der Journalist Soichiro Tahara sagte, dass die „unaufgeklärte“ Bemerkung von jemandem gemacht wurde, der offensichtlich nicht wusste, dass Japan konsequent eine ausschließlich defensive Haltung in Bezug auf die nationale Sicherheit eingenommen hat.

Befürchtung, dass die USA Raketen stationiert

Japan versucht schon länger, die Insel von Russland zurückzubekommen, allerdings zögert das Land, da es befürchtet, dass die USA nach einer Rückgabe dort Raketen in Stellung bringen wird.

Ob man aber im Falle Murayamas tatsächlich von “trunkener Mund verrät des Herzens Grund” reden kann, ist nicht ganz klar. Schließlich ist auch bekannt geworden, dass der junge Politiker schon einmal wegen Alkohol auffällig wurde. Im 2015 hat er einem anderen Mann, mit dem er zusammen in einem Lokal getrunken hat, in den Arm gebissen.

Quelle: Regnum, RIA, AS, HP

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