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HomeNachrichten aus JapanPolitikBevölkerungskonzentration bringt Japans Regierungspartei Probleme

Sitze im Parlament werden umverteilt

Bevölkerungskonzentration bringt Japans Regierungspartei Probleme

In Japan gibt es eine Bevölkerungskonzentration, die sich auf Tokyo und die umliegenden Präfekturen konzentriert. Das führt dazu, dass die Wahlbezirke in Japan umgezeichnet werden.

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Die Konzentration stellt zudem die LDP vor Probleme, da viele Anhänger der Partei in ländlichen Gebieten leben, in denen weniger Stimmen benötigt werden, um zu gewinnen.

Bevölkerungskonzentration auf den Großraum Tokyo

Die Ergebnisse der letzten Volkszählung in Japan, die am Freitag veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Bevölkerung des Landes derzeit bei 126.226.568 Menschen liegt, ein Rückgang von 0,7 Prozent in den letzten fünf Jahren.

Zudem zeigen die Ergebnisse, dass 38 der 47 Präfekturen mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben, die meisten davon sind ländlich geprägt. Die Bevölkerungskonzentration in der Metropolregion Tokyo nahm hingegen deutlich zu.

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Mittlerweile leben 30 Prozent der Bevölkerung Japans in Tokyo, Saitama, Chiba und Kanagawa.

Als Ergebnis der demografischen Verschiebung und um die Ungleichheit der Stimmen zugunsten der weniger bevölkerten ländlichen Wahlbezirke auszugleichen, wird das Wahlrechtsgremium bald über eine Neuverteilung der Unterhaussitze beratschlagen, damit die Sitzverteilung die Bevölkerungsgröße jeder Präfektur besser widerspiegelt.

Umsortierung der Sitzverteilung

Bereits zu den anstehenden Parlamentswahlen könnte das Gremium empfehlen, fünf Präfekturen insgesamt 10 Wahlkreissitze zu geben und insgesamt 10 Wahlkreissitze in 10 Präfekturen wegnehmen.

Tokyo wird fünf der 10 neuen Sitze erhalten, das benachbarte Kanagawa zwei, und Saitama, Chiba und Nagoyas Präfektur Aichi werden jeweils einen neuen Sitz erhalten. Die Präfekturen Miyagi, Fukushima, Niigata, Shiga, Wakayama, Okayama, Hiroshima, Yamaguchi, Ehime und Nagasaki werden jeweils einen Sitz verlieren.

Bei den Proporzsitzen könnte die stärker bevölkerte Region Kanto wieder profitieren. Von den drei geplanten zusätzlichen Sitzen erhält Tokyo zwei und der Bezirk Süd-Kanto, der die Präfekturen Chiba, Kanagawa und Yamanashi umfasst, den anderen. Tohoku, Hokuriku und Chugoku (zu dem auch Hiroshima gehört) werden jeweils einen Sitz verlieren.

LDP könnte das Nachsehen haben

Der Rückgang der Sitze in hauptsächlich ländlichen Wahlkreisen könnte die LDP hart treffen.

Die Partei hält alle Unterhaussitze in den Präfekturen Shiga, Okayama und Yamaguchi. Bei der Wahl 2017 gewann die LDP sechs der sieben Sitze in Hiroshima, zwei der drei Sitze in Wakayama und jeweils drei der vier Sitze in Ehime und Nagasaki.

In Tokyo hingegen verlor die LDP bei den Unterhauswahlen 2017 die Rennen in fünf Bezirken. Die Hauptstadt wird nach dem neuen Plan von 25 auf 30 Sitze anwachsen.

Noch besorgniserregender für die Regierungspartei ist, dass einige ihrer mächtigsten Unterhausmitglieder Bezirke in Präfekturen vertreten, die Sitze verlieren werden, was sich direkt auf ihren Wahlkampf auswirken könnte.

Der ehemalige Premierminister Shinzo Abe vertritt einen Bezirk in Yamaguchi und LDP-Generalsekretär Toshihiro Nikai einen Bezirk in Wakayama. Der ehemalige Außenminister und Vorsitzende des LDP Policy Research Council, Fumio Kishida, vertritt einen Bezirk in Hiroshima, während Ichiro Aisawa, Vorsitzender der Forschungskommission der Partei für die Wahl, einen Sitz im Bezirk Okayama innehat.

Letztendlich könnte die bevorstehende Neuordnung die Mitglieder in den Städten gegen die in den ländlichen LDP-Hochburgen ausspielen, da die Partei versucht, ihren Griff auf die Macht aufrechtzuerhalten, auch wenn die Bevölkerung in Richtung größerer, politisch vielfältigerer Stadtbezirke tendiert.

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