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Fumiko Hayashi wurde persönlich

Bürgermeisterin von Yokohama beeindruckt mit Rede zur Geschlechtergleichstellung

Der Sexismus-Skandal rund um die Olympischen Spiele in Tokyo hinterließ in Japan einen bleibenden Eindruck. Die Bürgermeisterin von Yokohama äußerte sich zu dem Thema Gleichberechtigung in einem Kommentar und berührte damit viele Menschen.

Am 16. Februar wurde Fumiko Hayashi bei einer regelmäßigen Pressekonferenz gefragt, was ihre Meinung zu den sexistischen Äußerungen des ehemaligen Chefs des Organisationskomitees der Tokyo Games sei.

Noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung

Die 74-Jährige antwortete darauf in einer zehn Minuten langen Erklärung, die sehr persönlich wurde und in der sie betonte, wie wichtig es sei, die Einstellung der Männer in Japan zu ändern. Sie erklärte, dass sich trotz all der Entwicklungen die Dinge in Japan nicht wirklich geändert haben.

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Frauen können nun zwar dank Kinderbetreuungen auch in mittleren Führungsebenen Fuß fassen. Die obersten Führungsetagen bleiben für sie jedoch meistens weiterhin unerreichbar und sie hängen in ihrer Position fest. Das größte Problem sei laut Hayashi, das Frauen Beruf und Familie in Einklang bringen müssen. Eine Hochzeit und Kinder bedeuten meistens einen Bruch in der Karriere, was geändert werden sollte.

Zu Mori sagte sie, dass seine Kommentare symbolisch sind und er Frauen nicht beleidigen wollen. Es würde jedoch zeigen, dass die Menschen seiner Generation nicht den Mut haben Frauen die Führung zu überlassen, stattdessen sollen sie vor der Welt geschützt werden. Diese Denkweise müssen Männer jedoch dringen ablegen, so die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin spielte lange bei den Diskriminierungen mit

Hayashi gab selbst zu, dass sie nie daran gedacht hat, dass sie einmal eine Führungspostion erhält, als sie 1965 in die Arbeitswelt trat. Als sie zur Filialleiterin von BMW ernannt wurde, war sie sehr überrascht. Eine Sensation zu damaligen Zeit, die zahlreiche Reporter anzog. Gleichzeitig verstanden die Männer Hayashi nicht, was sie schmerzte.

Es gebe Dinge, die Männer und Frauen nicht teilen würden. Beide Seiten sollten die Barrieren jedoch durchbrechen und gemeinsam etwas tun. Hayashi habe ihre Meinungen unterdrückt und sich mit manchen Dingen einfach abgefunden. Sie habe sich geduldig zurückgehalten und alles ertragen, was funktionierte.

Das führte dazu, dass sie nicht nachdrücklich sagte, was sie will, obwohl sie Dinge mit Selbstvertrauen sagen sollte. In ausländischen Firmen gibt es die Idee von der Beschützung der Frau kaum und Hayashi denkt, dass die Frauen im Ausland ein Vorbild für Japan sein sollten.

Jeder soll offen sprechen können

Weiter sagte Hayashi, dass sie nach zehn Jahren in der Stadtregierung nun endlich frei sei. Sie habe ein großes Mitspracherecht in einer von Männern dominierten Welt und oft Auseinandersetzungen mit dem Personal. Beamte halten sich zurück mit dem, was sie den gewählten Politiker sagen wollen. Das sei jedoch falsch, was sie durch eigenes Verhalten lernte. Sie will, dass ihre Mitarbeiter offen reden, weil es sonst nur die eigenen Gefühle verletzt zu schweigen. Untergebene sollen mit Kommunikation respektiert werden.

Auch wenn es schmerzhafter Weg sei, hat es dabei geholfen keine Unterschiede mehr zwischen Mann und Frau zu machen und jeder sagt nun, was er denkt. Die Stadt würde nun selbst Vielfalt repräsentieren und sie erfüllen ihre Aufgabe ohne Diskriminierungen.

Menschen sollten zuhören

Abschließend erklärte Hayashi, dass Moris Aussage trotz der geringen Zeit bis zu den Spielen weiter diskutiert werden wird, was gut ist. Es täusche, dass es einfacher sei, sie politisch zur Seite zulegen. Für die Bürgermeisterin sei es wichtig, dass alle den verschiedenen Menschen aufmerksam zuhören, ihre Gedanken und Gefühle beachten. Ein „Ich habe das auch erlebt“ und ein „das ist nicht richtig“ sollten nicht ignoriert werden.

Hayashi beeindruckt viele Menschen sehr mit ihrer Antwort. Es kommt nicht oft vor, dass Frauen in Führungspositionen so deutlich sich zum Thema Gleichberechtigung äußern. Der Skandal zeigt deswegen, dass Japan ernsthaft etwas ändern kann, wenn sie es wirklich wollen. Die Menschen sind nämlich dafür schon lange bereit, nur die veraltete, männliche Politik muss ihren Teil noch leisten.

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