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Ehemaliger japanischer Botschafter wegen sexueller Belästigung angezeigt

Ein ehemaliger japanischer Botschafter im Iran wurde vom Außenministerium wegen sexueller Belästigung einer weiblichen Angestellten im Jahr 2012 verwarnt. Ein internes Dokument soll dies belegen.

Der damalige Botschafter, Kinichi Komano, mittlerweile 72 Jahre alt, bestätigte die Vorwürfe mittlerweile. Das Opfer fiel nach dem Vorfall lange Zeit aus, weil sie wegen einer akuten Stressreaktion krankgeschrieben war. Die Frau stellte letzten Monat eine Strafanzeige bei der Polizei von Tokyo. Sie beschuldigt Komano, sie unanständig angefasst zu haben.

Das Außenministerium äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, da man die Privatsphäre der betroffenen Personen schützen möchte. Gemäß den internen Dokumenten küsste Komano die Frau am 14. Oktober 2012 in seinem Amtssitz in Teheran. Am Folgetag endete seine Zeit als Botschafter im Iran.

Im Februar 2013 rief der stellvertretende Außenminister den Botschafter zu sich und befahl ihm, das Opfer nicht mehr zu kontaktieren. In dem Dokument steht, dass Komano die Frau später immer wieder per E-Mail kontaktierte, obwohl diese das nicht wollte. Das Ministerium bestätige den Vorfall erst im November 2012, nachdem Komano in den Ruhestand versetzt wurde. Deswegen sah man auch von disziplinarischen Maßnahmen gegen den Ex-Botschafter ab.

Schweigen zum Schutz internationaler Beziehungen

Laut Dokumenten des Ministeriums ging dem Vorfall eine gemeine Zusammenarbeit voraus. Anschließend lud Kumano seine Angestellte zum Kaffeetrinken in seine Privaträume ein. Zur „Verabschiedung“ küsste er die Frau auf die Wange. Als er sie auf den Mund küssen wollte, widersetzte sich das Opfer. Der Botschafter akzeptierte die Zurückweisung und ist auch heute noch der Ansicht, dass sein Verhalten unangebracht war. Er empfand eine starke Zuneigung zu der Frau und war betrübt, dass seine Avancen sie krank gemacht haben.

Die Frau hingegen behauptet in ihrer Klage, Komano hätte ihre Brüste berührt und seine Hand unter ihren Rock geschoben, um ihre Oberschenkel zu berühren. Da Komano ihr Vorgesetzter war, konnte sie seine Einladung zum Essen nicht abweisen. Der Botschafter hatte gute Beziehungen im Iran, sodass die Frau eine Belastung der bilateralen Beziehungen fürchtete, sollte sie den Vorfall offenlegen. Deswegen habe sie sich krankschreiben lassen, um dem Botschafter aus dem Weg zu gehen.

Komano arbeitet seit 1970 für das japanische Außenministerium und übernahm 2010 die Position des Botschafters im Iran. Vorher war er bereits in Afghanistan, den USA, in Äthiopien und Dschibuti als Botschafter tätig. Nach seiner Zeit im Außenministerium war Komano als Vorsitzender der Japan-Iran Assoziation tätig. Einen Posten, den er im Februar diesen Jahres aufgab, nachdem der stellvertretende Außenminister ihn dazu aufforderte.

Mainichi

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