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Keine Chance für eine Mehrheit

Frauen wieder von der Präsidentschaftswahl der LDP ausgeschlossen

Die LDP wird demnächst eine Präsidentschaftswahl durchführen, um einen Nachfolger für den scheidenden Premierminister Shinzo Abe zu finden, doch auch bei dieser Wahl bleiben Frauen wieder außen vor.

Drei Männer haben sich für die Wahl am 14. September aufgestellt, damit bleibt sich die Partei ihrer 65-jährigen Geschichte treu.

Bisher nur eine Frau bei den Präsidentschaftswahlen der LDP

Die einzige Frau, die für das Amt des LDP-Präsidenten kandidierte, war Yuriko Koike, die sich 2017 von der Partei trennte, nachdem sie zur ersten weiblichen Gouverneurin in Tokyo gewählt worden war.

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Es scheint, als hätten die Frauen in der Partei kein Interesse an einer hohen Position, doch das Gegenteil ist der Fall, allerdings haben sie keine Chance.

Beispiele sind Tomomi Inada und Seiko Noda, die seit langem hofften, Japans erste Premierministerin zu werden, doch es gab keine Möglichkeit, sich für die Nachfolge Abes ins Spiel zu bringen.

Kandidaten für das Amt des LDP-Präsidenten müssen zunächst die Unterstützung von mindestens 20 Mitgliedern erhalten. Das hatte keine der beiden Frauen geschafft, nachdem drei Männer ihre Kandidatur angekündigt hatten.

Japan hinkt damit weiterhin anderen Ländern hinterher. Anderswo in der Welt haben sich weibliche Führungspersönlichkeiten hervorgetan, insbesondere während der Coronavirus-Pandemie.

Jacinda Ardern, die Premierministerin von Neuseeland, führte die erfolgreiche Kampagne zur Eindämmung des Virus an, indem sie im März den Ausnahmezustand ausrief, was ihr Lob einbrachte. Neuseeland zählte etwa 100 Tage lang täglich null neue Fälle. Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde für ihr Krisenmanagement gelobt.

Anteil der Frauen in Führungspositionen sollte eigentlich erhöht werden

Zwar hat sich Regierung Abe das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen unter anderem in Politik und Wirtschaft bis 2020 auf 30 Prozent zu erhöhen, aber das Ziel wurde im Juli aufgegeben.

Der Landtag soll das japanische Volk vertreten, in dem Frauen 51,3 Prozent der Bevölkerung ausmachen, allerdings ist er von Männern dominiert.

Weniger als 10 Prozent der Landtagsabgeordneten der LDP sind Frauen. Frauen haben nur 9,9 Prozent der Sitze im Unterhaus und 22,9 Prozent der Sitze im Oberhaus inne.

Japan belegte im vergangenen Jahr den 121. Platz unter 153 Ländern in der Rangliste der geschlechtsspezifischen Unterschiede des Weltwirtschaftsforums, rutschte damit vom 110. Platz herunter und belegt allgemein den letzten Platz unter den größten Industrieländern.

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