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Universitäten wurden zur Anteilnahme aufgefordert

Gedenkveranstaltung für Japans ehemaligen Premierminister sorgt für Kritik

Vor fast einem Jahr ist Japans ehemaliger Premierminister Yasuhiro Nakasone im Alter von 101 Jahren verstorben. Erst diesen Samstag kam es jedoch zu der großen Gedenkveranstaltung ihm zu Ehren. Schon vorab sorgte sie bei der Bevölkerung und Universitäten für großen Unmut.

Die massive Kritik an dem Gedenkgottesdienst für den ehemaligen Premierminister ist vor allem auf eine Aufforderung der Regierung zurückzuführen. Einige Tage vor der Veranstaltung wurde ein Schreiben des Bildungsministers Koichi Hagiuda mit der Aufforderung verschickt, Flaggen auf halbmast zu hissen und eine Schweigeminute abzuhalten.

Meinungen zum Brief gehen auseinander

Die Briefe gingen an alle nationalen Universitäten, unabhängige Stellen in ihrem Bereich und Bildungsverbände. Es wurde dazu gesagt, dass sie in Bezug auf den Inhalt des Briefes das tun sollen, was sie am besten halten. Das Schreiben sorgt jedoch in einigen Kreisen für große Empörung.

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Akademiker und die Opposition hinterfragen, ob es für die regierende liberaldemokratische Partei angemessen sei so eine Aufforderung an nationale Universitäten und andere Institutionen zu stellen. Ein Student der Osaka University erklärte, dass Universitäten selbst entscheiden sollten, ob sie mittrauern wollen. An der Kyushu University gab hingegen ein Student an, dass er sich wegen der Forderung unwohl fühlte.

Beide Einrichtungen kamen wie viele andere der Aufforderung nach und hatten die Flaggen auf halbmast. Die University of the Ryukyus beteiligte sich nicht. Sie sahen die Aufforderung zum Trauern als eine Art Zwang an und befanden es deswegen als unangemessen, da es die akademische Freiheit eingeschränkt.

Gedenkveranstaltung wird als zu teuer empfunden

Positiv äußerte sich hingegen eine Lehrkraft der Gunma University. Er sehe kein Problem, da die Aufforderung nicht obligatorisch sei. Eine Studentin von dem Tokyo Institut of Technology gab dazu an, dass es okay sei, da die nationalen Universitäten Geld von der Regierung erhalten.

Ebenfalls wurde von vielen die Veranstaltung selbst kritisiert, da sie hohe Kosten verursacht hat. 200 Millionen Yen soll die Feier gekostet haben, wobei die Summe zwischen der Regierung und der LDP aufgeteilt wurde. Jedoch nahm die Regierung aus dem Reservefonds des Staatshaushalts zur Bezahlung 96 Millionen Yen.

Ursprünglich war das Gedenkevent für März geplant, wurde wegen Covid-19 jedoch bis auf Oktober verschoben. Insgesamt 640 Personen nahmen teil, darunter Prinz Fumihito und weitere Mitglieder der Kaiserfamilie.

Nakasone war von 1982 bis 1987 Premierminister von Japan. Bei der Gedenkveranstaltung sagte der amtierende Premierminister Yoshihide Suga laut Kyodo, dass er für die notwendigen Reformen für den internationalen Frieden und Wohlstand beigetragen hat. Er habe damit Japans Ansehen verbessert und nachhaltig beeinflusst.

Nakasone gelang es unter anderem ein robustes bilaterales Bündnis mit dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan zu schaffen und das in der schwierigen Zeit des Kalten Krieges.

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