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Geheime Treffen diskutierten über die Möglichkeit einer Frau als kaiserliche Thronfolgerin

2005 eröffnete die Regierung Japans eine öffentliche Debatte darüber, einer Kaiserin den Thron zu überlassen. Doch vor Beginn dieser öffentlichen Diskussion gab es mehrere geheime Treffen. Diese begannen bereits im Jahr 1997, wie nun bekannt wurde.

Bei diesen Geheimtreffen prüfte die japanische Regierung, ob es eine Möglichkeit ist, einer Frau als Kaiserin den Thron zu überlassen. Diesen Plan ließ man zwar später fallen, doch mit Premierminister Junichiro Koizumi bekam er eine ganz neue Bedeutung. Koizumi war zwischen 2001 und 2006 im Amt. Er setzte sich vor allem für die Überarbeitung des Kaiserhausgesetzes ein. Denn dieses erlaubt ausschließlich männlichen Erben von der väterlichen Seite des Kaisers zu regieren. Für eine Änderung dieser Regelung bildeten die geheimen Gespräche den Grundstein.

1997 hatte eine Einberufung zu den geheimen Treffen jedoch nicht unbedingt einen feministischen Hintergrund. Denn zu dem Zeitpunkt hatte Kaiser Akihito keine Enkel. Es war damit ein sehr wichtiges Thema, bedingt durch die derzeitigen Gegebenheiten, die Premierminister Ryutaro Hashimoto und den stellvertretenden Kabinettsminister Teijiro Furukawa zu ihren Überlegungen veranlassten. Furukawa gab an „Uns war bewusst, dass wir darüber nachdenken mussten, wie eine stabile Nachfolge sichergestellt werden kann“. Die Einsetzung einer Kaiserin war eine Möglichkeit, dies zu gewährleisten. Die Treffen dauerten bis 2004 an und brachten ein Dokument hervor. Dieses forderte die Regierung dazu auf, eine Gesetzesänderung in Betracht zu ziehen. Auf diese Weise soll die Nachfolge der ältesten Erbmonarchie der Welt gesichert sein.

Die Geburt eines Nachfolgers beendete die Überlegungen einer Kaiserin

Koizumi rief einen Beratungstermin zu diesem Thema ein. Dieser fasste die Diskussionen des vergangenen Jahres zusammen, indem er vorschlug, eine Kaiserin auf dem Thron zu erlauben. Er wollte diesen Vorschlag weiterverfolgen. Doch nach der Geburt von Prinz Hisahito verwarf die Regierung den Plan schnell. Denn dank Hisahito gab es den ersten männlichen Erben der japanischen Kaiserfamilie in 41 Jahren. Er ist der Sohn von Prinz Fumihito und Prinzessin Kiko und somit ein legitimer Erbe nach dem ursprünglichen Gesetz.

Heute, mit der Abdankung von Kaiser Akihito und der darauffolgenden Krönung von Kronprinz Naruhito, blüht die Diskussion erneut auf. Denn wieder kommt die Frage der stabilen Nachfolge auf. Zur Zeit gibt es 18 imperiale Familienmitglieder. Von diesen sind 13 Frauen. Nachdem Naruhito den Thron übernommen hat, bleiben nur drei männliche Erben. Diese sind sein jüngerer Bruder Prinz Fumihito (53), Prinz Hisahito (12), und Prinz Hitachi (83). Letzterer ist der jüngere Bruder des jetzigen Kaisers. Diese wenigen Erben stellen die Regierung erneut vor das Problem und die Frage, wie man die Nachfolge mit der aktuellen Gesetzgebung übernehmen kann.

Die konservativen Regierungen, die Shinzo Abe anführt, waren vorsichtig in Bezug auf die Änderung der bestehenden Gesetze. Doch auch sie schienen die Notwendigkeit zu sehen. Denn die Zahl der Mitglieder der Kaiserfamilie schwindet. Zudem gibt es nur sehr wenig passende männliche Erben. Es ist also nicht damit getan, immer auf die Geburt eines Erben zu warten und zu hoffen und die Gesetze beim Alten zu belassen. Die Zahl sinkt zudem, weil die alten Gesetze von 1947 noch etwas anderes vorschreiben. Frauen, die Bürgerliche heiraten wollen, müssen nach der Hochzeit ihren imperialen Status aufgeben. Dank dieser Regelung schwindet die kaiserliche Familie stetig.

Quelle: Kyodo

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