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HomeNachrichten aus JapanPolitikGouverneure der Region Tokyo warnen vor frühzeitigen Ende des Ausnahmezustands

Menschen würden Vorsicht fallen lassen

Gouverneure der Region Tokyo warnen vor frühzeitigen Ende des Ausnahmezustands

Die Gouverneure der vier Präfekturen der Region Tokyo warnen vor der frühzeitigen Aufhebung des Ausnahmezustands in West- und Zentraljapan.

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In einer Telefonkonferenz am 23. Februar, bei dem die vier Gouverneure eine Reihe von Informationen über den aktuellen Stand der Coronavirus-Infektionen austauschten, kamen alle zur Ansicht, dass die Aufhebung dazu führen wird, dass alle bisherigen Bemühungen umsonst waren, da die Menschen jegliche Vorsicht fallen lassen würden.

Gouverneure sehen viele Probleme bei einer frühzeitigen Aufhebung

Grund für die Bedenken ist der Einbruch der Neuinfektionen und die Bestätigung, dass sich Mutationen des Coronavirus ausbreiten. Zudem wird es eine Zeit dauern, bis die Bevölkerung geimpft ist und so eine Herdenimmunität erreicht wird.

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Die Nachricht von der Bitte einiger Präfekturen, den Ausnahmezustand frühzeitig aufzuheben, könnte daher dazu führen, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder ansteigen wird und ein erneuter Ausnahmezustand ausgerufen werden müsste.

Während der Telefonkonferenz betonte die Gouverneurin von Tokyo, Yuriko Koike: „Wenn wir bei der Durchführung der Präventionsmaßnahmen nicht die Kooperation von absolut jedem haben, wird es nicht zu einer Aufhebung des Ausnahmezustands am 7. März führen und danach werden wir einen weiteren Ausbruch verhindern müssen. Um aus der gegenwärtigen Situation herauszukommen, ist es zwingend erforderlich, dass jeder von uns ein zusätzliches Maß an Kooperation zeigt.“

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Der Gouverneur von Kanagawa, Yuji Kuroiwa, war ebenfalls fest entschlossen: „Selbst, wenn die Raten der Neuinfektionen und der Belegung der Krankenhausbetten sinken, wird es bald warm und die Pflaumen- und Kirschblüten blühen; es ist die Zeit der Schulabschlüsse und der Einschulungen. Wenn viele Menschen anfangen, nach draußen zu gehen, ist es nicht auszuschließen, dass die Patientenzahlen stark ansteigen werden. Dieses Gerede über ein Vorziehen des Endes des Ausnahmezustands kann nicht ernst gemeint sein.“

Der Gouverneur von Saitama, Motohiro Ono, sagte: „Die bisherigen Bemühungen sind dank des Engagements aller an diesem Punkt angelangt. Wir können das jetzt nicht verschwenden. Es wäre absolut inakzeptabel, wenn wir bald wieder den Notstand ausrufen müssten. Ich möchte noch einmal alle dazu aufrufen, bis zum 7. März gründliche Wachsamkeit walten zu lassen.“

Einwohner sollen weiterhin sehr vorsichtig sein

Der Gouverneur von Chiba, Kensaku Morita, räumte ein, dass sich das Gesundheitssystem immer noch in einer prekären Lage befindet: „Die Arbeitskräfte des Gesundheitsdienstes stehen unter Druck. Daran gibt es keinen Zweifel. Sie befinden sich am Rande einer Klippe. Es ist, als ob sie 10 Zentimeter vom Rand entfernt sind. Wenn der Wind wehen würde, würden sie die Klippe hinunterstürzen.“

Die vier Gouverneure veröffentlichten auch eine gemeinsame Botschaft an die Einwohner der Region, in der sie zu absolut gründlichen Maßnahmen zur Infektionsprävention bis zum 7. März aufrufen.

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Im Vorfeld des Treffens hatten die Gouverneure auch ein Online-Meeting mit dem Minister für wirtschaftliche Wiederbelebung, Yasutoshi Nishimura, bei dem die Gouverneure der Hauptstadtregion ihre Bedenken darüber äußerten, dass Anträge von Gouverneuren außerhalb der Region auf Aufhebung des Ausnahmezustands in ihrem Zuständigkeitsbereich die Einwohner zur Selbstzufriedenheit verleiten könnten.

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