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Kaltgestellt innerhalb der LDP

Ist Japans beliebtester Politiker Taro Kono politisch am Ende?

Taro Kono ist der beliebteste Politiker Japans, jedenfalls bei der Bevölkerung, innerhalb seiner Partei ist das nicht der Fall, wie die Wahlen zum neuen Vorsitz der LDP gezeigt haben.

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Kono wurde als Favorit gehandelt, immerhin hat er viel Zustimmung innerhalb der Bevölkerung bekommen. Doch dank einiger Machtspielchen, besonders von Shinzo Abe, hat Fumio Kishida die Wahl gewonnen. Es stellt sich die Frage, ob der Politiker nun politisch am Ende ist?

Demütigung von Taro Kono spürbar

Vor einigen Tagen hatte Taro Kono seinen ersten öffentlichen Auftritt nach der Wahl, dabei enthüllte er ein Plakat der LDP, dass Fumio Kishida zeigte, der 100. Premierminister Japans.

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Während einer Pressekonferenz in der Parteizentrale der LDP versuchte Kono zwar, eine freundliche Figur zu machen, aber seine Demütigung war spürbar.

Nach seiner Wahlniederlage verlor er außerdem seinen Posten innerhalb der Regierung, dies erinnert an das Schicksal von Shigeru Ishiba.

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Ishiba ist ein anderes Mitglied der LDP, der innerhalb der Partei ebenfalls als Rebell gilt und auf Eis gelegt wurde. Er galt als großer Kritiker von Shinzo Abe.

Kishida besiegte Kono bei einer Stichwahl mit 275 zu 170 Stimmen. Bei der Anzahl der Stimmen lag Kono in der ersten Wahlrunde sogar hinter der ehemaligen Kommunikationsministerin Sanae Takichi.

Dies macht die Skepsis gegenüber dem Politiker innerhalb der Partei deutlich.

Die Skepsis kommt zum Teil daher, dass Kono in der Vergangenheit ziemlich unkonventionelle Ansichten zu einigen brisanten Themen hatte, die deutlich von der allgemeinen Haltung der LDP abgewichen sind.

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Die Ablehnung ist so groß, dass einige LDP-Mitglieder für jeden außer Kono stimmen wollten, trotz der Tatsache, dass der Politiker extrem beliebt bei der Bevölkerung ist.

Kaltgestellt

Der tiefe Fall von Taro Kono setzt sich auch nach der Wahl fort. Er wurde in die Rolle des Leiters der Öffentlichkeit seiner Partei gedrängt und damit aus dem „Rampenlicht“ genommen. Seine Konkurrenten hingegen bekamen deutlich bessere Positionen innerhalb der LDP.

Auch wenn man meint, dass die Position zu Kono passt, immerhin hat er unter allen Politikern die meisten Follower auf Twitter, ist es dennoch ganz klar eine Bestrafung.

Egal, was er macht, schneidet die LDP bei den Wahlen gut ab, bekommt er keine Anerkennung dafür, wenn die Partei schlecht abschneidet, ist es seine Schuld.

Weiterhin in der Bevölkerung beliebt

Seine Beliebtheit innerhalb der Bevölkerung ist unterdessen allerdings ungebrochen, selbst der neue japanische Premierminister ist nicht mal im Ansatz so beliebt wie Kono. Immerhin steht Kishida für ein „weiter wie immer“ und Kono für einen „neuen Politikstil“, den sich viele Menschen wünschen.

Nur stellt sich die Frage, ob er sich vom Abstellgleis, auf das er gestellt wurde, befreien kann?

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