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IWF warnt Japan vor ansteigenden Kosten durch die alternde Bevölkerung

Verbrauchsteuer sollte auf 20 Prozent steigen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) forderte Japan am Montag auf, die Verbrauchsteuer weiter zu erhöhen, um die steigenden Sozialversicherungskosten zu finanzieren.

Gleichzeitig warnte der IWF Japan davor, dass die Staatsverschuldung des Landes bis 2030 das 2,5-fache der Wirtschaft erreichen könnte, wenn keine vernünftige Finanzpolitik verfolgt wird.

Verbrauchsteuer muss in Japan bis auf 20 Prozent steigen

Die Verbrauchsteuer wurde in Japan am 1. Oktober von 8 auf 10 Prozent angehoben.

In einem Bericht, der nach jährlichen Konsultationen mit der japanischen Regierung veröffentlicht wurde, erklärte der IWF jedoch, dass die Verbrauchsteuer des Landes bis 2030 auf 15 Prozent und bis 2050 auf 20 Prozent angehoben werden müsse, um die aufgrund der Bevölkerungsalterung und des Bevölkerungsrückgangs anfallenden Kosten zu finanzieren.

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IWF fordert Japan auf, die Verbrauchssteuer bis 2030 auf 15 Prozent zu erhöhen

Die Erhöhung des Verbrauchsteuersatzes sollte nach einem regelmäßigen, vorzugsweise gesetzlich festgelegten Zeitplan schrittweise erfolgen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu lindern und die politische Unsicherheit zu minimieren.

Die Staatsverschuldung sei im Rahmen der derzeitigen Politik nicht tragfähig und das Verhältnis der Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt könne 2030 250 Prozent überschreiten, wenn kein glaubwürdiger fiskalpolitischer Rahmen einschließlich eines konkreten mittelfristigen Haushaltskonsolidierungsplans vorliege, so der IWF in seinem Bericht.

Japans Staatsverschuldung ist die höchste unter den großen Industrieländern. Laut Finanzministerium lag die öffentliche Schuldenquote 2019 bei 237,5 Prozent.

Bevölkerungsrückgang bringt dem Wirtschaftswachstum Probleme

Der IWF stellte fest, dass die Bevölkerung Japans in den nächsten 40 Jahren voraussichtlich um mehr als 25 Prozent schrumpfen wird, und geht davon aus, dass das Ergebnis Wachstum und Produktivität des Landes beeinträchtigen wird. Die damit verbundenen Ausgaben steigen, während die Steuerbemessungsgrundlage sinkt.

Neben der Erhöhung der Verbrauchsteuer schlug der IWF Reformen zur Eindämmung der Gesundheitsausgaben, die Einführung einer Vermögenssteuer und einer höheren Kohlenstoffsteuer als Anreiz zur Reduzierung des Energieverbrauchs vor.

„Ohne eine sinnvolle Änderung der Ausgaben für Rente, Gesundheit und Langzeitpflege könnte die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen unerreichbar bleiben“, heißt es in dem Bericht.

In seiner jüngsten Einschätzung der japanischen Wirtschaft prognostizierte der IWF für 2020 ein stabiles Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent.

„Die Erwerbsbeteiligung von Frauen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, aber in den kommenden Jahren wird der Bevölkerungsrückgang und das steigende Alter dazu führen, dass weniger und ältere Arbeitnehmer verfügbar sein werden, was sowohl das Wachstum als auch die Produktivität beeinträchtigt“, so der IWF.

TJT

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