Stats

Anzeige
Home News Politik Japan erweitert Online-Pirateriegesetz auf Manga und Magazine

Online-Pirateriegesetz sieht empfindliche Strafen vor

Japan erweitert Online-Pirateriegesetz auf Manga und Magazine

Die japanische Regierung hat am Dienstag einen Gesetzesentwurf zur Ausweitung des Gesetzes gegen Online-Piraterie auf Manga, Magazine und akademische Texte verabschiedet.

Das derzeitige Gesetz gilt nur für das illegale Herunterladen von Musik und Videos.

Hohe Strafen für das illegale herunterladen von Manga und Magazine

Nach der Überarbeitung des Urheberrechtsgesetzes, das die Regierung bis zum 1. Januar nächsten Jahres umsetzen will, werden diejenigen, die des illegalen Zugriffs auf die neu hinzugefügten Materialien für schuldig befunden wurden, strafrechtlich verfolgt werden.

Der neue Gesetzentwurf enthält einige Ausnahmen, die das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Inhalten erlauben, nachdem zuvor vorgeschlagene Änderungen abgelehnt wurden.

Mehr zum Thema:
Betreiber der illegalen japanischen Manga-Webseite Mangamura festgenommen

Für Wiederholungstäter können nun Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe von maximal 2 Millionen Yen (ca. 16.840,15 Euro) verhängt werden.

Die japanische Regierung strebt die Verabschiedung des Gesetzes in der laufenden regulären Parlamentssitzung an, während eine Regelung zur Einrichtung illegaler Linkwebseiten, die den Benutzern Links zum Herunterladen sogenannter Torrent-Dateien mit raubkopiertem Material bieten, am 1. Oktober in Kraft treten soll.

Diejenigen, die so eine Webseite betreiben, werden mit Strafen von bis zu fünf Jahren Gefängnis oder einer maximalen Geldstrafe von 5 Millionen Yen (ca. 42.095,17 Euro) belegt.

Erster Gesetzesentwurf wurde verschoben

Die Regierung versuchte im vergangenen Jahr, einen ähnlichen Gesetzentwurf in einer Parlamentssitzung vorzulegen, verschob jedoch die Vorlage, nachdem sie eine Gegenreaktion von Manga-Künstlern und Experten erhalten hatte, die sagten, die geplanten Kontrollen seien zu weitreichend und könnten zu Einschränkungen der Internetnutzung und der Meinungsfreiheit führen.

Der revidierte Vorschlag nimmt geringfügige Verstöße und Sonderfälle, die die Interessen der Urheberrechtsinhaber nicht beeinträchtigen, aus dem Gesetzesentwurf heraus.

Bevölkerung soll über das neue Gesetz genau informiert werden

Das Ministerium für kulturelle Angelegenheiten listete Beispiele auf, wie Downloads, die auf einen Frame aus einem über zehn Seiten langen Manga beschränkt sind und das Speichern eines Beitrags über ein Plakat, das für eine Veranstaltung wirbt, die ohne Erlaubnis auf einer sozialen Netzwerkseite veröffentlicht wurde.

Darüber hinaus ist das Herunterladen von Fan-Fiction und das Erstellen von Screenshots von nicht urheberrechtlich geschützten Bildern nicht illegal.

„Wir haben die richtige Balance gefunden zwischen der Sicherung wirksamer Maßnahmen gegen Piraterie und der Vermeidung, dass Menschen bei der Informationsbeschaffung entmutigt werden“, so Technologieminister Koichi Hagiuda auf einer Pressekonferenz.

Hagiuda brachte seine Absicht zum Ausdruck, die Öffentlichkeit über die Revision zu informieren und sicherzustellen, dass sie versteht, was sie für ihre Internetnutzung bedeutet.

TJT

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolling Sushi - der Japan-Podcast

Rolling Sushi - Japan für die Ohren

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here