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Home News Politik Japan fordert von der EU Gewährleistung eines stabilen Impfstoff-Exports

Immer größere Zweifel ob der Verfügbarkeit des Impfstoffs

Japan fordert von der EU Gewährleistung eines stabilen Impfstoff-Exports

Der für Japans Impfkampagne verantwortliche Minister fordert die EU auf, für einen stabilen Impfstoff-Export zu sorgen.

Taro Kono sagte in einem Interview, dass es für Japan immer ungewisser wird, ob das Land in der Lage sein wird, die benötigte Menge an Impfstoffdosen vor den Olympischen Spielen zu bekommen.

EU stellt keine generelle Export-Genehmigung aus

„Ich bin besorgt, dass die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und der EU negativ beeinflusst werden könnten, wenn eine Lieferung ausgesetzt wird“, wird Kono zitiert.

Die japanische Regierung hatte die EU bereits mehrfach gebeten, eine generelle Export-Genehmigung für den Export des Impfstoffs von Pfizer/Biontech nach Japan auszustellen. Trotzdem erteilt Brüssel nur eine Genehmigung pro Lieferung, was laut Kono zu einer Versorgungsunsicherheit führt.

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Japans eigene Impfstoffentwicklung steht hinter denen anderer Länder zurück, sodass das Land auf Importe angewiesen ist. Dies wird allerdings wegen Lieferengpässen und Exportkontrollen durch die EU immer schwieriger.

Bisher hat Japan nur den Impfstoff von Pfizer/Biontech zugelassen, AstraZeneca und Moderna werden zurzeit geprüft. In diesem Jahr soll das Land 344 Millionen Impfdosen bekommen, genug für die gesamte Bevölkerung des Landes, davon kommt der größte Teil von Pfizer/Biontech, also aus Europa. Im Mai soll die nächste Zulassung erfolgen.

Zusammen mit dem Misstrauen in der japanischen Bevölkerung gegenüber Impfstoffe und den nur langsam vorankommen beim Impfen gibt es immer größere Zweifel, ob das Land in der Lage sein wird, die etwa 36 Millionen Menschen ab 65 Jahre bis Juni zu impfen.

Dass das Land die sogenannte Herdenimmunität bis zu den Olympischen spielen im Juli erreicht, ist eigentlich unmöglich.

Allerdings spielte Kono die Bedeutung der Olympischen Spiele herunter: „Die Olympischen Spiele sind nicht teil meines Impfplans.“

Für den Minister liegt der Fokus aktuell darauf, genügend Impfstoff zu sichern und sie so schnell wie möglich zu verabreichen.

Bisher sind 0,6 Prozent der Bevölkerung geimpft

Japan begann im Februar mit dem impfen, zuerst mit 4,8 Millionen Menschen, die im Gesundheitssystem arbeiten. Im April sollen dann alle älteren Menschen geimpft werden.

Aktuell haben 0,6 Prozent der japanischen Bevölkerung ihre erste Impfung enthalten.

Allerdings macht es den Anschein, als sei das Land zu optimistisch, denn nicht nur, dass es Zweifel gibt, dass genügend Impfstoff gesichert werden kann, auch viele Städte beklagen sich, dass sie bisher nur unzureichend Informationen darüber bekommen haben, wie das Impfen eigentlich ablaufen soll, wie viele Dosen sie bekommen und wie das Ganze eigentlich organisiert wird.

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