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HomeNachrichten aus JapanPolitikJapan gedenkt zum 77. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs den Kriegsopfern

Eine Zeremonie im Namen alter und neuer Kriege

Japan gedenkt zum 77. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs den Kriegsopfern

Am 15. August fand in Tokyo anlässlich des 77. Jahrestages der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg eine von der Regierung gesponserte Zeremonie zum Gedenken an die rund 2,3 Millionen japanischen Militärangehörigen und 800.000 Zivilisten statt, die in diesem Krieg einst ihr Leben verloren.

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Bei der Zeremonie hielt der japanische Premierminister Fumio Kishida seine erste Rede seit seinem Amtsantritt im vergangenen Oktober. „Unter der Flagge eines proaktiven Beitrags zum Frieden werden wir uns mit der internationalen Gemeinschaft zusammentun und alle Anstrengungen unternehmen, um die verschiedenen Probleme zu lösen, mit denen die Welt konfrontiert ist.“

Eine neue Rede mit alten Worten

Kishidas Rede unterschied sich kaum von denen, die seine beiden Vorgänger Yoshihide Suga und Shinzo Abe bereits bei den vergangenen Zeremonien dieser Art gehalten hatten. Auch in ihren Vorträgen ging es weder um Japans Kriegsaggression noch um Reue.

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Der amtierende Premierminister griff die Rhetorik von Shinzo Abe auf und sprach wie er von „proaktiven Beiträgen zum Frieden“.

Kaiser Naruhito, der nach Kriegsende geboren wurde, drückte in diesem Jahr dagegen erneut seine „tiefe Reue“ über Japans Kriegsvergangenheit aus.

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„Wenn ich an unsere Vergangenheit zurückdenke und mir die Gefühle tiefer Reue vor Augen führe, hoffe ich aufrichtig, dass sich die Verwüstungen des Krieges nie mehr wiederholen werden.“

Aktuelle internationale Konflikte im Fokus

Russlands Invasion der Ukraine dauert an und die Spannungen zwischen den USA und China nehmen immer weiter zu. Kishida sprach in seiner Rede von einer „Welt, die mit unaufhörlichen Konflikten konfrontiert ist“.

Auch Kenichi Otsuki, der Vertreter der Angehörigen der Kriegstoten, hielt bei der diesjährigen Zeremonie eine Rede, in der er darauf verwies, dass der Krieg kein bloßes Artefakt der Vergangenheit ist.

„Wir müssen wieder erkennen, dass Krieg nicht etwas in der fernen Vergangenheit ist, sondern etwas, das uns sehr nahe geht.“

Otsuki, der einst seinen Vater in China verloren hatte, versprach, die Tragödie des Krieges und die Kostbarkeit des Friedens auch an künftige Generationen weiterzugeben.

Eine hybride Veranstaltung

Die Zeremonie konnte in diesem Jahr aufgrund der pandemischen Situation erneut nur in einem hybriden Format stattfinden. Insgesamt durften nur 1.000 Personen vor Ort in der Nippon Budokan Arena an der Veranstaltung teilnehmen. Das sind zwar immer noch gut 5.000 Personen weniger als in den Jahren vor Beginn der Pandemie, aber immerhin schon 200 mehr als noch im Jahre 2021.

Wer aufgrund der Beschränkungen nicht persönlich an der Zeremonie teilnehmen konnte, hatte die Möglichkeit, die Veranstaltung live über den offiziellen YouTube-Kanal des Ministeriums mitzuverfolgen.

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