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Wiederaufbereitungsanlage soll wie geplant in Betrieb gehen

Japan hält trotz überfüllten Lagern an Kernbrennstoff-Recycling fest

Trotz der Vergangenheit will Japan weiter an Kernkraft festhalten. Dafür will die Regierung auch weiterhin ihr Recycling-Programm für Kernbrennstoffe laufen lassen, wie sie am Mittwoch bestätigen. Eine fragwürdige Entscheidung, da Japan eigentlich viel zu viel an nuklearem Material hat.

Chefkabinettssekretär Katsunobu Kato gab bei einem Treffen mit dem Gouverneur von Aomori an, dass Premierminister Yoshihide Suga an der Kernergiepolitik seines Vorgängers festhält. Er betonte dabei, dass er das Recycling-Programm fördern will, wie Kyodo erklärte. Gleichzeitig gab er an, dass Japan daran arbeitet die Masse an gefährlichem Atommüll zu reduzieren, indem sie aus benutzten Brennelementen Plutonium gewinnen.

Recycling-Anlage wird als unnötig angesehen

In Aomori entsteht zurzeit die Rokkasho Wiederaufbereitungsanlage, die allerdings bereits Jahre hinter dem eigentlichen Plan liegt und bereits öfter Probleme machte. Die Anlage war dabei auch der eigentliche Grund des Treffens. Das Werk hatte im letzten Sommer endlich seine Sicherheitsfreigabe von der Japan Nuclear Fuel Ltd. erhalten und soll nun 2022 endlich voll in Betrieb gehen. Das Rokkasho MOX-Kraftstoffproduktionslager erhielt hingegen nur eine vorläufige Erlaubnis, soll aber auch 2022 fertig sein.

Mehr zum Thema:  Kosten für die Verwaltung der japanischen Atomkraftwerke steigen immer weiter

Bei MOX handelt es sich um Brennstoff, der aus Plutonium und Uran besteht, das aus abgebrannten Brennelementen gewonnen wird. Japan ist dabei das einzige Land ohne nukleare Waffen weltweit, das unter den internationalen Sicherheitsreglungen aus friedlichen Gründen Plutonium wiederaufbereitet.

Allgemein steht das Projekt der Regierung jedoch hart in der Kritik. Japan hat bereits enorme Plutonium-Vorräte, die durch die Wiederaufbereitung nur noch weiterwachsen würden. Japan kommt bereits auf 45,5 Tonnen separates Plutonium. 8,9 Tonnen davon befinden sich im eigenen Land und die restlichen 36,6 Tonnen sind in Großbritannien sowie Frankreich. In den beiden Ländern wird der verbrauchte japanische Kernbrennstoff wiederaufbereitet und gelagert, da Japans Anlage noch nicht fertig ist.

Problem der Endlagerung

Aufgrund der Menge haben Washington und andere Regierungen bereits große Bedenken geäußert. Da Japan jedoch mit dem Programm und der Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerke nicht hinterherkommt, nimmt die Menge kaum ab. Damit liegt nukleares Material für 6.000 Atombomben rum. Japan selbst verspricht kein überschüssiges Plutonium zu besitzen und die Menge des produzierten MOX-Brennstoffs sei begrenzt. Auch der Betreiber von Rokkasho gibt an, dass sie Proliferationsrisiken ausschließen und dass sie streng überwacht werden.

Dazu gibt es weiterhin das Problem eines endgültigen Endlagers, dass es in Japan immer noch nicht gibt. Die Masse an Atommüll ist deswegen groß. Japan versucht das Problem bereits zu beheben, aber die Suche nach einem geeigneten Lager steht immer noch am Anfang. Ebenfalls soll das Programm sehr teuer sein. Die USA haben ihr Projekt bereits wegen des Aufwands und den Kosten abgebrochen.

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