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Endgültiger Beschluss steht noch aus

Japan hebt Ausnahmezustand für Großraum Tokyo wie geplant auf

Die japanische Regierung hält eine Verlängerung des Ausnahmezustands im Großraum Tokyo aufgrund sinkender Infektionszahlen für unnötig. Die Maßnahme soll planmäßig am Sonntag, 21. März, aufgehoben werden.

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57 Prozent der Japaner hatten sich erst vor wenigen Tagen in einer Umfrage dafür ausgesprochen, dass die Maßnahmen über den 21. März hinaus verlängert werden.

Situation lässt Aufhebung des Ausnahmezustands zu

Japans Premierminister Yoshihide Suga verkündete formell die Aufhebung des Ausnahmezustands in Tokyo und den benachbarten Präfekturen Kanagawa, Chiba und Saitama, den letzten Gebieten des Landes, die unter der Maßnahme standen, bei einem Treffen der Coronavirus-Task-Force, nachdem ein Expertengremium die Entscheidung genehmigt hatte.

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Oppositionsabgeordnete kritisierten den Zeitpunkt der Aufhebung des Ausnahmezustands. Yukio Edano, Chef der Demokratischen Verfassungspartei Japans, sagte am Donnerstag, es sei verfrüht und er sei besorgt, dass die Infektionen wieder sprunghaft ansteigen würden.

Mehr Tests und weitere Maßnahmen

Suga daraufhin, dass die Regierung werde neue Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung des Coronavirus über Gaststätten zu verhindern, das Gesundheitssystem zu stärken, ansteckende Virusvarianten genau zu überwachen sowie Tests und Impfungen zu verstärken.

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Die Gouverneure der vier Präfekturen in der Region Tokyo bekräftigten in einer virtuellen Sitzung am Donnerstag, dass sie Restaurants und Bars weiterhin bis Ende März bitten werden, früher zu schließen, wobei sie die Uhrzeit auf 21 Uhr legen werden.

In den Präfekturen Tokyo, Kanagawa, Chiba und Saitama herrscht seit Anfang Januar Ausnahmezustand. Restaurants und Bars wurden angewiesen bis 20 Uhr zu schließen – das sorgte für erheblichen Widerstand unter den Gastronomen.

Die Zahl der Japaner, die von zu Hause aus arbeitete, nahm zu Jahresbeginn ab statt zu. Das liege daran, dass die Gesellschaft sich an das Coronavirus gewöhnt hat, wie ein Mitarbeiter des Japan Productivity Centers noch im Januar sagte.

Die Zahl der Infektionen in Tokyo ist seit der Einführung des Ausnahmezustands zurückgegangen, jedoch verlangsamt sich dieser Rückgang immer mehr. In einigen Präfekturen wird mittlerweile sogar erneut ein Anstieg zu verzeichnen.

409 neue Corona-Fälle am Mittwoch

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Tokyo meldete am Mittwoch insgesamt 409 neue Coronavirus-Fälle, die meisten seit dem 18. Februar. Damit steigt die Zahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 116.293 (Stand 17. März 2021, 12 Uhr). Die Regierung werde Maßnahmen ergreifen, um ein Wiederaufflammen des Coronavirus zu verhindern, ergänzte Suga in seiner Pressekonferenz. Details, wie diese Vorhaben aussehen könnten, nannte der Premierminister nicht.

Suga rief am 7. Januar einen einmonatigen Notstand im Großraum Tokyo aus. Aufgrund steigender Infektionen weitete er diesen später auf 11 Präfekturen aus. Für die meisten der betroffenen Gebiete wurde dieser zunächst bis zum 7. März verlängert. Für die Hauptstadt und ihre Nachbarbezirke verlängerte der Premier den Notstand bis zum 21. März.

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