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HomeNachrichten aus JapanPolitikJapan und China feiern 50 Jahre spannungsgeladene Beziehungen

Spannungen belasten die Beziehungen

Japan und China feiern 50 Jahre spannungsgeladene Beziehungen

Vor 50 Jahren haben sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und China normalisiert. Doch für eine große Feier scheint keiner in Stimmung zu sein, da sich beide Länder in einem Territorialstreit befinden und sich die Kluft zwischen Tokyo und Peking immer weiter vergrößert.

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Auf einer Veranstaltung der Japan Business Federation (Keidanren) wurden anlässlich des Jahrestags Botschaften des japanischen Premierministers Fumio Kishida und des chinesischen Präsidenten Xi Jinping verlesen. Bei der Veranstaltung wurde die japanische Regierung dazu aufgefordert, ein Exekutivkomitee für den Austausch mit China einzurichten.

Bisher kein Treffen der Staatschefs von Japan und China

Der japanische Premierminister hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Oktober 2021 mit dem chinesischen Präsidenten telefoniert, aber beide Staatsoberhäupter haben sich bisher noch nicht zu einem offiziellen Gipfeltreffen getroffen, was insbesondere an der Pandemie liegt. Zuletzt war ein Treffen der Außenminister beider Länder im Rahmen des Treffens der „Vereinigung Südostasiatischer Nationen“ geplant, wurde von China allerdings abgesagt.

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Japans Premierminister erklärte, dass sein Land im Bereich der Sicherheit bestrebt ist, konstruktive und stabile Beziehungen zu China zu unterhalten, um Frieden und Wohlstand in der Region und der Welt zu sichern, auch wenn die beiden Länder noch viele Herausforderungen zu meistern haben.

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Der chinesische Präsident sagte, Peking werde die Zusammenarbeit mit Tokyo in allen Bereichen vertiefen, um den Bedürfnissen einer neuen Ära gerecht zu werden und betonte, dass sein Land sehr viel Wert auf die Entwicklung der chinesisch-japanischen Beziehungen lege.

Bereits zum 45. Jahrestag der Normalisierung der Beziehungen, der 2017 gefeiert wurde, haben beide Länder ähnliche Botschaften ausgetauscht.

Wenig später forderte der japanische Premierminister auf einer Pressekonferenz China zum verantwortungsbewussten Handeln auf und erklärte, dass Japan das durchsetzen werde, was durchgesetzt werden muss.

China, der größte Handelspartner Japans

Trotz mehrerer politischer Konflikte haben Japan und China in den letzten 50 Jahren ihre Wirtschaftsbeziehungen ausgebaut und China ist heute Japans größter Handelspartner.

Masakazu Tokura, Vorsitzender von Keidanren, sagte zu Beginn der Veranstaltung: „Für Japan ist die Beziehung zu China eine der wichtigsten bilateralen Beziehungen. Der Personenverkehr zwischen Japan und China ist vor dem Hintergrund der Pandemie ins Stocken geraten, und die internationalen Angelegenheiten sind komplexer und undurchsichtiger geworden. Gerade deshalb ist ein proaktiver Austausch auf hoher Ebene, auch zwischen den Staats- und Regierungschefs der beiden Länder, notwendig.“

Unter den 850 Teilnehmern der Keidanren-Veranstaltung befanden sich nach Angaben von Keidanren auch der ehemalige japanische Premierminister Yasuo Fukuda und der chinesische Botschafter in Japan, Kong Xuanyou.

In Peking fand ebenfalls ein Empfang statt, an dem hohe chinesische Beamte und der japanische Botschafter in China, Hideo Tarumi, teilnahmen.

Beziehungen begannen sich 1972 zu normalisieren

Die Beziehungen zu China begannen sich 1972 zu normalisieren,  als der damalige japanische Premierminister Kakuei Tanaka und der damalige chinesische Präsident Zhou Enlau ein gemeinsames Kommuniqué unterzeichneten. Darin vereinbarten beide Länder, Beziehungen des ewigen Friedens und der Freundschaft aufzubauen.

Damals brach Japan auch die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan ab, um die Beziehungen zu China nicht zu schädigen. Für China ist Taiwan eine abtrünnige Provinz, die man wieder eingliedern will.

Im Rahmen der 1978 eingeleiteten Reform- und Öffnungspolitik wuchs Chinas Wirtschaft rasch, und das Land überholte Japan 2010 als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, wobei sein Bruttoinlandsprodukt bis 2021 auf das 3,6-fache Japans ansteigen soll.

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