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Man will aber weiterhin zusammenarbeiten

Japan und Südkorea schaffen es nicht Kriegsvergangenheit beizulegen

Zu den Olympischen Spielen wurde gehofft, dass Japan und Korea sich wieder ein wenig annähern. Das Treffen letzte Woche machte allerdings nur wenig Hoffnungen und man bleibt sich bei Fragen zur Kriegsgeschichte uneinig.

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Am 20. Juli trafen sich in Tokyo Japans Vize-Außenminister Takeo Mori und sein südkoreanischer Amtskollege Choi Jong Kun. Es war ein Versuch die Spannungen zwischen den beiden Nationen abzubauen. Unter anderen ging es um Fragen wie Japans Kolonialherrschaft auf der koreanischen Halbinsel, die Zwangsarbeiter und Entschädigungsfragen sowie das Problem der „Trostfrauen“.

Südkorea und Japan halten an ihren Positionen fest

Während des Treffens forderte Mori Südkorea auf, Verantwortung bei der Lösung der Probleme im Kontext der Zwangsarbeit und den Entschädigungen zu übernehmen. Choi hielt jedoch an ihrer Position fest, dass die Probleme aus der Kriegsvergangenheit für Südkorea so lange nicht gelöst sind, bis Japan die richtige Wahrnehmung auf die Geschichte hat.

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Große Fortschritte gab es deswegen beim Treffen nicht, auch wenn man sich darauf einigte die Dialoge vorzuführen. Das lag unter anderen auch an einer Äußerung eines japanischen Botschaftsbeamten, die Soul verärgerte. Der Beamte hatte sich in Bezug auf den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae unangemessen geäußerte und seine Bemühungen zur Freundschaft mit Japan mit sexuellen Handlungen gleichgesetzt.

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Choi hatte als Reaktion auf den Vorfall einen Protest gegen „unangemessene und unhöfliche Äußerungen des hochrangigen Beamten der japanischen Botschaft in Südkorea“ eingereicht. Er forderte dabei Japan auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen.

USA verstärkt Zusammenarbeit mit Japan

Der Vorfall sorgte dafür, dass Moon seinen Plan, die japanische Hauptstadt zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokyo zu besuchen, gestrichen hat. Eigentlich wollten sich Moon und der japanische Premierminister Yoshihide Suga ein erstes Mal persönlich treffen. Mittlerweile wurde beschlossen, dass der Beamte aufgrund des Vorfalls gehen muss.

Am Tag des Treffens mit Südkorea traf sich Mori auch mit der stellvertretenden US-Außenministerin Wendy Sherman. Sie beide betonten die Bedeutung von Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße, wobei sie sich vor allem sich sehr um Chinas Einfluss sorgen.

Ebenfalls will man eng beim Klimawandel, der COVID-19-Krise und der Denuklearisierung zusammenarbeiten. Beide Länder versprachen eine trilaterale Koordination mit Südkorea bei der Befreiung Nordkoreas von Atomwaffen sicherzustellen.

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Die Regierung von US-Präsident Joe Biden will die Zusammenarbeit mit den beiden engsten Verbündeten Washingtons in Asien verstärken, gerade weil das Verhältnis so schlecht ist. Für die USA sind Japan und Südkorea wichtige Partner bei der Umsetzung ihrer Politik.

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