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Regierung weitet Corona-Hilfen aus

Japan will Teilzeitbeschäftigte nun doch besser unterstützen

Viele Teilzeitbeschäftigte in Japan mussten wegen der Pandemie große Einbußen hinnehmen, da ihnen Arbeitsstunden gestrichen wurden. Anders als Vollzeitangestellte, haben diese Arbeitnehmer allerdings keinen Lohnausgleich erhalten und haben mit großen Problemen zu kämpfen.

Das hat nun auch die japanische Regierung erkannt und angekündigt, dass sich daran nun etwas ändern soll.

Hilfsprogramm für Teilzeitbeschäftigte wird ausgeweitet

Das japanische Arbeitsministerium sagte am Freitag, dass das Coronavirus-Hilfsprogramm auf Teilzeitbeschäftigte und Zeitarbeiter ausgedehnt werden soll.

Mehr zum Thema:  2019 sank der Durchschnittslohn in Japan durch immer mehr Teilzeitangestellte

Eine im letzten Sommer durchgeführte Umfrage hatte ergeben, dass der Anteil dieser Arbeitnehmer in Japan, die keinen Lohnausgleich erhielten, obwohl sie von ihren Arbeitgebern aufgefordert worden sind, sich wegen der Pandemie Urlaub zu nehmen, mehr als doppelt so hoch war wie der Anteil der regulären Arbeitnehmer.

Das Arbeitsrecht in Japan schreibt vor, dass ein Arbeitgeber seinen Angestellten im Falle einer vom Unternehmen angeordneten Freistellung mindestens 60 Prozent ihres Gehalts zahlen muss, unabhängig von ihrem Arbeitsstatus.

Unternehmen drücken sich vor Zahlungen

Obwohl Japan den wirtschaftlich betroffenen Unternehmen Subventionen zur Aufrechterhaltung der Beschäftigung anbot, beantragten viele Unternehmen diese nicht, teilweise aufgrund des komplizierten Antragsverfahrens. Sie weigerten sich, die Mitarbeiter zu bezahlen. Dieses Verhalten wurde damit begründete, dass die Pandemie und nicht das Unternehmen Schuld an dem „Zwangsurlaub“ hat.

Um das Problem anzugehen, richtete die japanische Regierung im Juni ein Programm ein, das es Arbeitnehmern in kleinen oder mittleren Unternehmen ermöglicht, direkt staatliche finanzielle Unterstützung für den Verdienstausfall zu beantragen. Teilzeitbeschäftigte in großen Unternehmen haben jedoch keinen Anspruch auf das Programm, da davon ausgegangen wird, dass ihre Arbeitgeber die Zuschüsse beantragen werden.

Maximal 11.000 Yen pro Tag

Mit der Ausweitung der Subvention haben auch Schichtarbeiter, Leiharbeiter und Tagelöhner in großen Unternehmen Anspruch auf 80 Prozent des Lohns, mit einer Obergrenze von 11.000 Yen pro Tag. Die Leistung muss selbst beantragt werden. Das Ministerium plant, die Anträge ab Mitte Februar oder einige Zeit später entgegenzunehmen.

Laut der im August durchgeführten Umfrage des Japan Institute for Labour Policy and Training erhielten 33,4 Prozent der Teilzeitbeschäftigte keine Entschädigung für den pandemiebedingten Urlaub, bei Festangestellten waren es 14,8 Prozent. Die Studie zeigte auch, dass 68,3 Prozent der nicht regulär Beschäftigten von ihren Arbeitgebern aufgefordert wurden, Urlaub zu nehmen.

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