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Japan stimmt Verbot zu, will es jedoch nicht unterstützen

Japan wird trotz massivem Druck Anti-Atomwaffen-Vertrag nicht beitreten

In den letzten paar Wochen wurde Japan mehrmals aufgefordert den internationalen Vertrag zum Verbot von Kernwaffen (TPNW) zu unterschreiben und zu ratifizieren. Nun äußert sich die Regierung und machte deutlich, dass sie kein Interesse haben auf die Forderungen und Abschaffung von Atomwaffen einzugehen.

Kabinettschef Katsunobu Kato gab laut Kyodo am Montag bekannt, dass sie nicht den Vertrag beitreten werden. Japan ist zwar in Angesicht des schwieriger werdenden Sicherheitsumfelds für eine stetige und angemessene nukleare Abrüstung. Gleichzeitig sollen jedoch die Abschreckungsmöglichkeiten erhalten und gefördert werden, um Bedrohungen unter Kontrolle zu haben.

Gegen Atomwaffen, für Atomwaffen

Kato betonte dabei, dass Japan die Inhalte des Vertrags unterstützt. Sie würden das Problem jedoch anders angehen und zweifeln auch die Effektivität an, weswegen sie nicht unterzeichnen werden. Die Regierung scheint damit gegen seine eigenen Bemühungen zu arbeiten, international ein Vorbild beim Abschaffen von Atomwaffen zu sein. Es gibt allerdings einen guten Grund, warum Japan gegen das Abkommen ist.

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Das Land befindet sich unter dem Atomschirm der USA und genießt damit durch nukleare Abschreckung Schutz vor anderen Ländern mit nuklearen Waffen. Besonders die Bedrohung durch Nordkorea war zuletzt stark gewachsen, weswegen Japan weiterhin auf den Schrecken von Atomwaffen setzt, obwohl sie das einzige Land mit Opfern der Bomben sind.

Vertrag wird nächstes Jahr in Kraft treten

Zuletzt hatten hunderte Gemeindeversammlungen zusammen mit Atombomben-Überlebenden die Regierung in einem Schreiben aufgefordert den Vertrag anzunehmen, vergeblich. Auch die erneute eindeutige Absage sorgt für Wut und Unverständnis. Der einzige Hoffnungsschimmer ist, dass der Vertrag nun auch ohne Japan gültig wird.

Nachdem bereits 2017 mehr als 80 Nationen ihn unterschrieben hatten, wurde darauf gewartet, dass er von mindestens 50 auch ratifiziert wird. Nur bei der Zahl würde der Vertrag offiziell gültig werden. Am Samstag war es nun so weit und Honduras hat als Nation Nummer 50 den Vertrag ratifiziert.

Er wird somit am 22. Januar 2021 gültig werden. Nach dem Vertrag wird sowohl das Nutzen, Herstellen, Testen, Lagern und die Erwägung des Einsatzes von Atomwaffen streng verboten. Die fünf Atommächte USA, China, Frankreich, Russland und Großbritannien haben das Verbot nicht unterschrieben.

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