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Japaner erkämpft sich nach 13 Jahren Haft Freispruch von Mordvorwurf

Die Anwälte in Kumamoto befürchteten, dass Koki Miyata, die Worte, auf die er 34 Jahre warten mussten, nicht mehr verstehen würde.

Miyata ist 85 Jahre alt, sitzt im Rollstuhl und kann kaum noch sprechen. Nachdem er mehrere Schlaganfälle erlitten hat, zeigt er nun erste Anzeichen von Demenz. Nachdem einer seiner Anwälte dem Mann sagten, dass er für unschuldig befunden wurde, flossen bei Miyata die Tränen. Auch sein Anwalt, selbst 73 Jahre alt, kämpfte mit seinen Emotionen.

Koki Miyata verbrachte wegen Mordes die letzten 13 Jahre im Gefängnis. Am Morgen des 28. März 2019 sprach das Bezirksgericht Kumamoto den 85-Jährigen in einem Wiederaufnahmeverfahren frei. Neue Beweise ließen erheblichen Zweifel an der Glaubwürdigkeit eines Geständnisses, das Miyata einst machte. Er sei unter Druck gesetzt worden, eine Tat zuzugeben, die er nicht begangen hat. Das Urteil ist rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft beschloss, keine Berufung einzulegen.

Das Bezirksgericht Kumamoto verurteilte Miyata 1986 wegen Mordes an einem Freund aus Matsubase zu 13 Jahren Haft. Die Tat soll sich im Jahre 1985 in Kumamoto zugetragen haben. 1990 bestätigte der Oberste Gerichtshof das Urteil.

1997 erhielt das Anwalt-Team Hinweise, dass die Beweismittel von damals nicht für eine Verurteilung hätten reichen dürfen. Ein Experte bestätigte zum Beispiel, dass die Mordwaffe nicht mit den Wunden am Körper des Opfers übereinstimmte.

Das Bezirksgericht akzeptierte 2016 Miyatas Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Zwei Jahre später unterstützte auch der Oberste Gerichtshof die Durchführung eines Wiederaufnahmeverfahrens. Der zuständige Richter erklärte, das Geständnis von damals sei heute nicht mehr nachvollziehbar.

Zwei Stunden nachdem das Bezirksgericht Miyata freigesprochen hatte, besuchten seine Verteidiger den 85 Jahre alten Mann in einem Pflegeheim, in dem er mittlerweile lebt. Sein Anwalt hielt Miyatas Hand als er ihm vom Urteil erzählte. Der Griff des alten Manns wurde fester und er reagierte ebenso emotional, wie 2016, als das Bezirksgericht einer Wiederaufnahme seines Verfahrens zustimmte.

Miyata sagte kein Wort. Seine Anwälte sind sicher, dass Miyata auf diesen Moment gewartet hatte. In diesem Augenblick sahen die Anwälte ihren Job nach Jahren endlich als erledigt an. Sie hatten die Unschuld des Mannes bewiesen.

Der Oberstaatsanwalt des Bezirksgerichts von Kumamoto erklärte nach dem Urteil, bei dem Wiederaufnahmeverfahren seien Argumente hervorgebracht worden, die kein anderes Urteil zugelassen hätten. Die Beweise ließen kein anderes Urteil mehr zu, sodass auch keine weiteren Instanzen angerufen werden. Koki Miyata gilt jetzt als rechtskräftig freigesprochen.

Quelle: Asahi Shimbun

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