Anzeige
HomeNachrichten aus JapanPolitikJapanische Abgeordnete setzten sich für getrennte Familiennamen ein

Gruppe besteht aus bekannten Politikern

Japanische Abgeordnete setzten sich für getrennte Familiennamen ein

Aufgrund der jüngsten Ereignisse wird in Japan zurzeit viel über die Gleichstellung der Geschlechter gesprochen. Auch das Thema der getrennten Familiennamen bei Ehepaaren ist wieder aufgekommen. Eine Gruppe an Abgeordneten will sich nun für eine Änderung einsetzen.

Anzeige

Am Freitag wurde bestätigt, dass eine Parlamentsgruppe aus Mitgliedern der regierenden liberaldemokratischen Partei Japan (LDP) gegründet werden soll. Zusammen wollen sie sich für eine Gesetzänderung einsetzen, die getrennte Familiennamen bei Ehepaaren zulässt.

Zwang zu gleichen Familiennamen soll abgeschafft werden

Als Gruppenleiter ist der ehemalige Verteidigungsminister Yasukazu Hamada vorgesehen. Mitglieder sollen unter anderen die amtierende Generalsekretärin der LDP, Seiko Noda und der ehemalige Vorsitzende des LDP Policy Research Council, Fumio Kishida sein.

Ein erstes Treffen der Gruppe ist für kommenden Freitag geplant. Es werden dann vermutlich noch weitere Mitglieder bestätigt.

LESEN SIE AUCH:  Japans neue Gleichstellungsministerin unterschreibt Papier gegen doppelte Nachnamen

Anzeige

Die Gruppe vertritt allgemein den Standpunkt, dass das derzeitige System die Würde von Menschen untergräbt, die ihren Namen nicht ändern wollen, aber rechtlich dazu gezwungen sind. Sie glauben dabei, dass das System deswegen auch einen negativen Einfluss auf Ehen haben kann.

Die Opposition stimmt den Standpunkten zu und fordert eine schnelle Änderung des Gesetzes. Die LDP selbst hat eine Arbeitsgruppe angekündigt, die das Thema diskutieren soll. Aufgestellt wird sie von dem ehemaligen LDP-Generalsekretär Nobuteru Ishihara.

Gesetz macht vor allem Frauen Probleme

Nach dem japanischen Gesetz müssen Ehepaare den gleichen Familiennamen tragen, Ausnahmen gibt es nicht, auch wenn es bereits mehr Klagen deswegen gab. Damit ist es zurzeit nur sogenannten Common Law Paaren möglich in einer offiziell registrierte Beziehung getrennte Namen zu haben. Die Paare kämpfen jedoch mit viele Schwierigkeiten, aufgrund der geltenden Gesetze.

Japan wird dafür stark kritisiert, da unter dem System vor allem Frauen leiden. Sie legen mehrheitlich ihren Namen ab, auch wenn es rechtlich nicht vorgeschrieben ist. Oft stehen sie aber bei der Entscheidung unter Druck und werden dazu genötigt. Gleichzeitig führt der Verlust des eigenen Familiennamens zu Problemen im Arbeitsleben und bedroht die bereits aufgebaute Karriere.

In der LDP ist das Thema schon lange ein Streitpunkt und die Partei gilt als gespalten. Die Regierung hatte es zuletzt in seinem Fünfjahresplan zur Geschlechtergleichstellung aufgegriffen und für Enttäuschung gesorgt. Während im Entwurf noch davon die Rede war eine Änderung zu erreichen wurde in der endgültigen Fassung nur davon gesprochen, dass das Thema vorsichtig unter mehreren Aspekten diskutiert werden soll.

Anzeige
Anzeige