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Digitale Bücher werden wegen Pandemie immer gefragter

Japanische Bibliotheken sollen bald auch E-Books ausleihen dürfen

AS – Einige Bibliotheken in Japan sind bereits so modern ausgerüstet, dass es auch ein digitales Angebot gibt. Allerdings gibt es E-Books aufgrund der Urheberrechts nicht wirklich zum Ausleihen. Das soll sich nun laut eines Plans der Regierung nun ändern.

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Zurzeit erwägt die Agentur für kulturelle Angelegenheiten das japanische Urheberrecht anzupassen, damit digitale Versionen von Büchern aus der Bibliothek direkt auf Handys und Computern geöffnet werden. Bibliotheken bieten bereits in vielen Fällen die Möglichkeit an, um die Hälfte von Büchern zu kopieren und entweder auf Papier oder digital Personen zukommen zu lassen.

E-Books sind so gefragt wie noch nie

Die Agentur will schon Anfang nächsten Jahres zur Parlamentssitzung eine Ausarbeitung der Rechtsvorschriften zur Überarbeitung des Urheberrechtsgesetzes vorlegen. Es wird dazu erwartet, dass der Council for Cultural Affairs bereits am 9. November einen Entwurf als Empfehlung vorstellt. Es sollen allgemein die Urheberrechte bei der Weitergabe von digitalen Werken geschwächt werden.

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Grund für das plötzliche Umdenken ist die Pandemie. Viele Bibliotheken müssten aufgrund des Virus über lange Zeit schließen. So musste unter anderen die Nationalbibliothek in Kyoto, mit den meisten Büchern in ganz Japan, war von März bis Juni geschlossen bleiben und ist zurzeit nur mit strengen Auflagen offen. Aufgrund der Schließung und Beschränkungen waren zahlreiche Forscher, Studenten und andere nicht in der Lage, ihr gewünschtes Material auszuleihen, um ihre Arbeit zu beenden.

Angst vor Raubkopien

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Schon vor der Pandemie hatte die Nationalbibliothek digitale Kopien von etwa 1,5 Millionen vergriffenen Werken anfertigen lassen, da die Nachfrage nach E-Books stark gestiegen ist. Jedoch dürfen nur 500.000 Titel online veröffentlicht werden, da sie kein Urheberrecht mehr hatten. Die restlichen Werke dürften nur über die Computer der Bibliothek genutzt werden, weswegen sie nicht wirklich zur Lösung des Problems beitrugen.

Mit der Anpassung soll es möglich sein, dass die Nationalbibliothek direkt komplette digitale Kopien von Büchern an Personen senden darf. Von dieser Idee Urheberrechtsinhaber allerdings alles andere als begeistert. Sie befürchten massive Urheberrechtsverletzungen und eine Welle an Raubkopien. Dazu wurde das Weitergeben von E-Books sehr großen Druck auf den privaten Sektor ausüben.

Deswegen schlagen die Empfehlungen vor, dass die lokalen Regierungen, welche die Bibliotheken betreiben, den Verlagen eine Art Gebühr zahlen. Sich auf einen Preis zu einigen dürfte eine zusätzliche Herausforderung sein. Aber das bisherige Konzept mit der Freigabe von 50 Prozent eines Buches wird kritisiert, da Menschen sich zusammentun können und dann doch am Ende des ganze Werk haben.

Fortschritt lässt sich nicht aufhalten

Allgemein könnte das Umdenken wegen der Verlage schwierig sein. Nur wenige sehen in E-Books die Zukunft und viele befürchten eher große wirtschaftliche negative Auswirkungen auf den Buchmarkt. Tatsächlich stieg der Umsatz mit digitalen Büchern im ersten Halbjahr mit 30 Prozent auf 176,2 Milliarden Yen an. Einige sehen darin jedoch auch Potenzial. Digitale Kopien und die Weitergabe von E-Books könnten das Interesse an Büchern fördern und so auch den sehr angeschlagenen Buchmarkt helfen.

Professor Yoshio Yanagi ist sich sicher, dass digitale Bibliotheken sich als Teil des technologischen Fortschritts nicht aufhalten lassen. Dafür spricht er sich aber gleichzeitig für eine Unterstützung der Urheber und angemessene Gebühren aus, um sie ausreichend zu unterstützen.

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