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Experten sollen lieber vorsichtig sein

Japanische Regierung setzt Virenexperten unter Druck

Die japanische Regierung hat die Virenexperten der Coronavirus-Taskforce bezüglich ihrer Empfehlung zur Risikobewertung für die Olympischen und Paralympischen Spiele unter Druck gesetzt.

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So hat ein Abgeordneter der Regierungspartei LDP Anfang Juni einem der Experten geraten, dass sein Name besser nicht auf der Empfehlung stehen sollte, da dies sonst negative Konsequenzen hat.

Virenexperten sollen das Boot nicht ins Wanken bringen

Außerdem wies der Abgeordnete darauf hin, dass es bereits entschieden ist, dass die Olympischen Spiele stattfinden werden. „Ich möchte, dass sie das Boot nicht in Wanken bringen“, so der Abgeordnete zum Virenexperten.

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Auf Nachfrage bei anderen Mitgliedern der Taskforce stellte sich heraus, dass der Abgeordnete auch ihnen geraten hat, dass ihr Name nicht auf der Empfehlung stehen sollte und nach Hintergrundinformationen gefragt hatte.

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Zudem hat der Abgeordnete versucht, die Virenexperten dazu zu drängen, dass sie die Vorlage der Risikobewertung verschieben.

Hinter diesem Versuch stand offensichtlich die Befürchtung, dass die Risikobewertung die Wahlen im Herbst beeinflussen könnten, sollte sie zu schlecht ausfallen.

Shigeru Omi unter besonders großen Druck

Insbesondere der Vorsitzende der Taskforce, Shigeru Omi, stand unter besonders großen Druck. Am 18. Juni verfasst er einen Vorschlag, in dem es hieß: „Wir sind nicht in der Lage, darüber zu entscheiden, ob die Ausrichtung der Olympischen Spiele richtig oder falsch ist, aber es ist unsere Pflicht, das Risiko der Ausbreitung von Infektionen und die Belastung der medizinischen Dienste objektiv darzustellen.“

Ein Mitglied der Regierung kritisierte Omi daraufhin mit den Worten: „Er macht seine Hauptaufgabe als Präsident der Japan Community Health Care Organization nicht, oder?“ Er deutete damit an, dass Omi seine ganze Zeit in die Leitung des Unterausschusses der COVID-19-Taskforce investiert.

Ein weiteres Regierungsmitglied versuchte Omi einzuschüchtern: „Welche Autorität hat Omi? Wir müssen es Nishimura sagen“, womit er sich auf den Minister für die Bekämpfung des Coronavirus im Kabinett, Yasutoshi Nishimura, bezog.

Zudem sind viele Politiker der Meinung, dass, wenn man es geschickt angestellt hätte, man die Olympischen Spiele mit Zuschauern hätte abhalten können, egal was die Virenexperten raten. Die Spiele fanden schlussendlich ohne Zuschauer in Japan statt, auch die Paralympics werden ohne Zuschauer stattfinden.

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