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Auch andere Politiker sorgten für negative Schlagzeilen

Japanischer Politiker tritt nach Hostess-Club-Besuch zurück

Nachdem publik geworden ist, dass Kiyohiko Toyama, ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Komeito, dem Junior-Koalitionspartner der Liberaldemokratischen Partei, während des Coronavirus eine Hostess-Bar besucht, hat er nun seinen Rücktritt angeboten.

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Toyama hat zugegeben, am 22. Januar spätabends eine Hostess-Bar im Tokioter Stadtteil Ginza besucht zu haben, obwohl die Regierung dazu aufgerufen hatte, unnötige Ausflüge unter dem Ausnahmezustand zu vermeiden, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Kritik wegen Verletzung des Ausnahmezustands

Der Besuch löste einen Aufschrei in der Öffentlichkeit aus, die insbesondere aufgrund des Ausnahmezustands, der in der Hauptstadt und anderen Gebieten herrscht, aufgefordert wurde, von abendlichen Ausflügen abzusehen.

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Es ist nicht der erste Fall, in dem Politiker während des Coronavirus negativ mit abendlichen Besuchen auffallen. Dieser Fall eines sehr hochrangigen Politikers wird der Opposition weiter Munition gegen den ohnehin angeschlagenen Premierminister Yoshihide Suga liefern. Zuvor waren bereits Mitglieder aus der LDP wegen eines Besuchs in Bars in die Kritik geraten.

Matsumoto und zwei andere Abgeordnete, die ihn zu den Bars begleitet haben – Takashi Otsuka, ein Mitglied des Lenkungsausschusses des Unterhauses, und der stellvertretende Bildungsminister Taido Tanose – haben angeboten, die LDP wegen dieser Angelegenheit zu verlassen.

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Ihre Partei empfahl auch ihren Austritt, die schwerste Rüge nach dem Ausschluss.

Entlassungen und Rücktritte

Suga entließ Tanose vom Posten des Senior-Vize-Ministers, nachdem er seinen Besuch in den Bars bei einem Treffen mit ihm im Büro des Premierministers als „unangemessen“ kritisiert hatte, so Tanose gegenüber Reportern. Der Oberhaus-Gesetzgeber Hideki Niwa wurde gewählt, um Tanose zu ersetzen.

„Es ist äußerst bedauerlich, und als Regierung entschuldigen wir uns bei den Menschen“, sagte Kabinettschef Katsunobu Kato über Tanoses Vorgehen.

Otsuka und Tanose hatten zuvor beschlossen, ihre Ämter im Parlament bzw. in der Regierung aufzugeben, obwohl die drei skandalumwitterten Politiker alle als Gesetzgeber bleiben werden.

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Matsumoto hatte zuvor gesagt, dass er allein in die Hostess-Bars gegangen sei und entschuldigte sich am Montag dafür, dass er die Tatsache verschwiegen habe, dass die beiden jüngeren Gesetzgeber ihn begleitet hätten.

Jun Azumi, der Chef für Parlamentsangelegenheiten der oppositionellen Demokratischen Verfassungspartei Japans, forderte Suga auf, den Besuch der drei Gesetzgeber im Parlament zu erklären.

Toyama rechnete Hostess-Besuch als Parteiangelegenheit ab

Toyama ist auch in die Kritik geraten, nachdem vor Kurzem bekannt wurde, dass er politische Gelder verwendet hat, um die Kosten von etwa 110.000 Yen für Besuche in Nachtlokalen, einschließlich der Kyabakura-Hostess-Bars in der Kyushu-Region, durch seine vom Staat bezahlte Sekretärin und sich selbst im Jahr 2019 zu decken.

Der ehemalige stellvertretende Finanzminister wurde im Wahlkreis Kyushu gewählt. Die Ausgaben für die Besuche in den Bars, in denen Hostessen typischerweise einen intimeren Kontakt mit Gästen pflegen, waren ursprünglich als Restaurantbesuche gebucht worden.

Toyama entschuldigte sich am Montag für die Besuche und sagte Reportern: „Ich habe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik durch mein unangemessenes Verhalten und den Skandal um meine Fondsverwaltung tief verletzt.“

Komeito-Chef Natsuo Yamaguchi entschuldigte sich ebenfalls dafür, „starkes politisches Misstrauen in der Bevölkerung verursacht zu haben.“

„Unsere Partei wird als Einheit arbeiten, um das Vertrauen wiederherzustellen“, fügte er hinzu.

Keine weitere Kandidatur

Toyama, das 51-jährige Komeito-Mitglied, hat viermal einen Sitz im Repräsentantenhaus aus dem Kyushu-Distrikt unter dem Verhältniswahlsystem gewonnen, nachdem er zwei Amtszeiten als Mitglied des Stadtrats gedient hatte.

Die Komeito, die von der größten buddhistischen Laienorganisation Japans, Soka Gakkai, unterstützt wird, hatte vor, Toyama in einem Wahlkreis in der Präfektur Kanagawa bei der nächsten Unterhauswahl, die bis Oktober stattfinden muss, aufzustellen.

Aber Toyama sagte Reportern am Montag, dass er nicht beabsichtigt, bei der kommenden Unterhauswahl zu kandidieren.

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