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Außenministerium verdeutlicht seinen Standpunkt

Japans Außenministerium erklärt Deutschland seinen Standpunkt zu „Trostfrauen“

Ende September sorgte die Aufstellung einer öffentlichen Trostfrauen-Friedensstatue in Berlin-Mitte für viel Aufsehen. Die japanische Regierung protestierte scharf gegen das Mahnmal und bewegte die deutsche Regierung dazu einen Abriss zu fordern, der jedoch vorerst gestoppt wurde. In einer Erklärung des japanischen Außenministeriums versuchte das Land kürzlich seinen Standpunkt zu erklären.

In dem deutschen Schreiben vom 21. Oktober heißt es, dass die Frauen angeblich nie gewaltsam von dem japanischen Militär und den Regierungsbehörden verschleppt worden seien. Auch wird die Zahl von 200.000 Opfern angezweifelt. Das Ministerium weist dabei darauf hin, dass es keine historischen Beweise in Form von Aufzeichnungen gebe. Zumindest keine, die Tokyo zurzeit vorlägen. Sie widersprechen damit deutlich den Aussagen von Opfern und Experten.

Deutschland soll „Trostfrauen“ nicht Sexsklaven nennen

Gleichzeitig fordert Japan in dem Dokument Deutschland auf, die Frauen nicht als Sexsklaven zu bezeichnen. Angeblich würde der Ausdruck den eigentlichen Tatsachen widersprechen. Tatsächlich wurde sich in einem Abkommen mit Südkorea von 2015 darauf geeinigt den Begriff nicht zu verwenden.

Mehr zum Thema:  Die verschwiegenen deutschen "Trostfrauen"

Zu der Statue in Berlin wird sich nicht direkt geäußert, allerdings hatte Japan bereits bestätigt, dass sie die Angelegenheit weiterhin genau beobachten werden. Der Bezirk Mitte selbst gab an, dass sie einen Kompromiss zwischen Japan und dem KoreaVerband erreichen wollen.

Japan sieht Verbrechen als geklärt an, Korea nicht

Wirklich glücklich scheint die japanische Regierung damit jedoch nicht zu sein. Einige Mitglieder der regierenden liberaldemokratischen Partei Japans forderten verstärkte Bemühungen, um Japans Haltung deutlich zu machen. Es wird der Regierung dabei ebenfalls vorgeworfen, dass sie in Berlin versagt haben und die Trostfrauen-Statue schon von Anfang an hätten verhindern sollen.

Eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Problem ist nicht gewünscht, da Japan mit dem Abkommen mit Südkorea von 1965 das Kriegsverbrechen beseitigt sieht. In mehreren Vorfällen hatte Japan später erneut versucht das Thema für immer zu klären.

Allerdings fordern die Opfer und Südkorea allgemein, dass Japan aufrichtig seine Taten bereut und sie als ein Kriegsverbrechen anerkennt, mit dem sie sich auseinandersetzen müssen. Auch gab es bisher keine wirkliche Entschuldigung und das Verbrechen wird heruntergespielt oder sogar offen geleugnet.

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