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Kaum eine Chance in der Politik

Japans Demokratie ist ohne die Beteiligung von Frauen voreingenommen

Als Japans neuer Premierminister sein neues Kabinett vorstellte, zeigte sich einmal mehr, dass Frauen es schwer in der Politik des Landes haben.

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Zwei Ministerinnen sind im neuen Kabinett dabei, und viele Menschen haben die Meinung, dass die Demokratie des Landes ohne die Beteiligung von Frauen voreingenommen ist.

Wenn Frauen keinen Platz in Japans Demokratie haben, ist sie parteiisch

Diese Meinung teilt auch die ehemalige Verteidigungsministerin Tomomi Inada, deren Ziel es ist Japans erste Premierministerin zu werden. Sie sagte kürzlich auf einer Pressekonferenz in Toyko, dass Frauen im Landtag kaum vertreten sind, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung und rund 40 Prozent der Mitglieder der LDP ausmachen.

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„Wenn Frauen keinen Platz haben, um über die Politik zu diskutieren, die sie umgesetzt sehen wollen, kann Japans Demokratie nicht anders, als parteiisch zu sein“, so die Politikerin.

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Inada musste einige Hürden überspringen, als sie als Anwältin in die Politik ging und zuletzt scheiterte sie bei ihrer Kandidatur für die Präsidentschaft der LDP gegen Yoshihide Suga, der viel Unterstützung der Fraktionen innerhalb der Partei bekam.

„Ich sah, wie die Fraktionspolitik während des Präsidentschaftswahlkampfes plötzlich im Mittelpunkt stand … aber ich fand es ziemlich merkwürdig, dass Herr Suga, der keiner Fraktion angehört, durch die Macht der Fraktionen gewählt wurde“, so Inada gegenüber den japanischen Medien.

Ihre Fraktion, die größte innerhalb der LDP, die tiefe Verbindungen zu Abe hat, entmutigte sie, indem sie Suga, den damaligen obersten Kabinettssekretär, unterstützte.

Mehr Frauen im Kabinett stand für Suga nicht zur Debatte

Während des Wahlkampfs der LDP schlug eine Gruppe weiblicher Mitglieder, zu der auch Inada gehörte, Suga und den zwei weiteren Kandidaten vor, dass der neue Präsident mehr Frauen ins Kabinett und in Schlüsselpositionen der Partei berufen solle. Suga ernannte jedoch nur zwei Frauen in sein Kabinett.

„Als ich nur zwei im Kabinett sah, war ich enttäuscht, denn ich musste feststellen, dass der Vorschlag nicht sehr ernst genommen wurde.“

Angesichts der stabilen Präsidentschaft der LDP und der Tatsache, dass keine starke Opposition vorhanden ist, sagte Inada, dass Japan nur dann eine Premierministerin bekommen könne, wenn die LDP die kritische Dringlichkeit einer besseren japanischen Demokratie verspürt.

Die 68-jährige Yuriko Koike, Gouverneurin von Tokyo, war die erste Kandidatin der LDP bei den Präsidentschaftswahlen 2008, aber es gab bisher niemanden, der sie unterstütze.

Japan belegte im Ranking des Weltwirtschaftsforums zur Gleichstellung der Geschlechter unter den 153 Ländern, die im vergangenen Jahr befragt wurden, den 121. Platz, und der Anteil weiblicher Politiker im Repräsentantenhaus lag im August bei 9,9 Prozent.

„Um die japanische Demokratie zu stärken und Japan eine glänzende Zukunft zu sichern, möchte ich eine Gesellschaft schaffen, in der Frauen in der Politik eine größere Stimme haben“, so Inada. „Ich möchte eine freiheitlich-demokratische und vielfältige politische Landschaft verwirklichen, in der selbst in Japan Frauen Premierministerinnen werden wollen und Mädchen, die sie sehen, Politikerinnen werden wollen.“

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