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HomeNachrichten aus JapanPolitikJapans Justizminister ordnet Maßnahmen gegen die Misshandlung ausländischer Praktikanten an

Mitarbeiter misshandelten jahrelang ausländischen Kollegen

Japans Justizminister ordnet Maßnahmen gegen die Misshandlung ausländischer Praktikanten an

Nachdem in Japan die jahrelange Misshandlung eines ausländischen Praktikanten ans Licht gekommen ist, hat der Justizminister angeordnet, dass Maßnahmen ergriffen werden.

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Auf Anweisung des Ministers forderte die Organisation für die Ausbildung von technischen Praktikanten das Unternehmen auf, in dem es zur Misshandlung gekommen war, notwendige Schritte zu ergreifen, um Missbrauch zu verhindern.

Schwere Misshandlung durch japanische Arbeitskollegen

Die Behörde wird den Fall weiter untersuchen und gleichzeitig erwägen, die Genehmigung der Vermittlungsorganisation, die den Praktikanten vermittelt hat, zu widerrufen.

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Der vietnamesische Praktikant berichtete der Vermittlungsorganisation, dass er wiederholt von japanischen Arbeitern der Baufirma angegriffen wurde und schwere Verletzungen, darunter Knochenbrüche, erlitt.

Der Praktikant erklärte, er sei im Herbst 2019 in Japan angekommen und der Missbrauch habe etwa einen Monat nach seinem Arbeitsantritt begonnen.

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Videoaufnahmen zeigen, dass der Mann mit einem Besen auf den Kopf und den Körper geschlagen und beschimpft wurde, weil er nicht gut auf Japanisch antworten konnte.

Auf einer Pressekonferenz in Okayama zusammen mit einem Vertreter seiner Gewerkschaft, der  Fukuyama Union Tampopo, Anfang des Monats gab der Mann außerdem an, er habe gebrochene Rippen erlitten, nachdem er von einem Kollegen, der Sicherheitsschuhe trug, getreten worden sei.

Der Mann und ein weiterer Praktikant wurden mittlerweile in ein anderes Unternehmen versetzt, wo sie ihre Praktika fortsetzen können.

Japanischen Behörden fordern zum Handeln auf

Am Montag veröffentlichen die japanischen Behörden eine Erklärung, in der sie Unternehmen, die ausländische Praktikanten aufnehmen, sowie die Vermittlungsorganisationen aufforderten, Missbrauch am Arbeitsplatz zu prüfen.

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Das Programm für technische Praktika wurde 1993 mit dem Ziel ins Leben gerufen, Fertigkeiten an Entwicklungsländer weiterzugeben.

Kritiker sagen allerdings, dass es für Unternehmen nur ein Vorwand ist, sich  billige Arbeitskräfte aus anderen asiatischen Ländern zu beschaffen. Zudem stehen die schlechten Arbeitsbedingungen in der Kritik.

2021 führte das Arbeitsministerium eine Umfrage durch und stellte fest, dass 70 Prozent der Unternehmen, die technische Praktikanten einsetzten, gegen das Gesetz verstoßen.

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