Stats

Anzeige
Home News Politik Japans Kabinettschef Yoshihide Suga gibt offiziell Kandidatur als Abes Nachfolger bekannt

Große Unterstützung bei den Fraktionen

Japans Kabinettschef Yoshihide Suga gibt offiziell Kandidatur als Abes Nachfolger bekannt

Die Nachfolge von Premierminister Abe ist weiter ein spannendes Thema in Japan. Nun gab Kabinettschef Yoshihide Suga am Mittwoch offiziell seine Kandidatur als Nachfolger von Premierminister Shinzo Abe bekannt. Dabei versprach er, die vom japanischen Premier unterzeichnete Wirtschaftspolitik voranzutreiben.

Der 71-jährige Suga, der seit fast acht Jahren Abes rechte Hand ist, ist auf dem besten Weg, sich rund 70 Prozent der Stimmen der Parteigesetzgeber zu sichern. Dies macht ihn zum klaren Spitzenkandidaten.

Wahl zum Premierminister am 16. September

Das Rennen um den Spitzenposten der Partei beginnt offiziell am 8. September und ein neuer Vorsitzender wird auf einer gemeinsamen Plenarsitzung der LDP-Parteimitglieder aus beiden Kammern des Parlaments am 14. September gewählt.

Lesen Sie auch:
Japanischer Premierminister Shinzo Abe kündigt Rücktritt an

Die LDP und die wichtigste Oppositionspartei, die Verfassungsgebende Demokratische Partei Japans (Constitutional Democratic Party of Japan), haben sich darauf geeinigt, am 16. September eine außerordentliche Parlamentssitzung einzuberufen und einen neuen Premierminister zu wählen.

Der neue LDP-Präsident wird mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit Japans neuer Premierminister werden, da die Partei das Unterhaus kontrolliert. Der Gewinner wird die verbleibende Amtszeit Abes als Parteivorsitzender bis September 2021 innehaben.

Suga will Coronavirus in den Fokus stellen

Auf einer Pressekonferenz am frühen Mittwochabend sagte Suga, dass Japan wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus vor einer „nationalen Krise wie nie zuvor“ stehe und dass er alles Notwendige tun wird, um die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern und gleichzeitig die Wirtschaft auf einen Erholungskurs zu bringen.

An der diplomatischen Front sagte Suga, dass er die Bemühungen um eine Lösung des Problems der Entführung japanischer Staatsbürger durch Nordkorea in den 1970er und 1980er Jahren fortsetzen werde. Einschließlich der Suche nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un, ohne Vorbedingungen. Weiterhin möchte er einen Friedensvertrag mit Russland anstreben.

Die beiden anderen Kandidaten für die Wahl sind der ehemalige Außenminister Fumio Kishida und der ehemalige Verteidigungsminister Shigeru Ishiba.

Der 63-jährige Ishiba sagte in einer Fernsehsendung, dass die Chancen für ihn ziemlich gering sind. Aber er erklärte auch, dass es für die Wähler wichtig sei, Japans Zukunft unter verschiedenen potenziellen Premierministern zu bedenken.

Der gleichaltrige Kishida deutete in derselben Fernsehsendung an, dass er langfristige Ambitionen habe und sagte, er kandidiere nicht nur für den Posten bis zu den Wahlen im nächsten Jahr, sondern er möchte langfristig Premierminister bleiben.

Abweichend vom regulären Verfahren hat die Regierungspartei, die landesweit rund 1 Million Mitglieder zählt, beschlossen, bei den Wahlen nur 394 Gesetzgeber und 141 Delegierte aus den Ortsverbänden zur Wahl zuzulassen.

Neues Wahlverfahren positiv für Suga, negativ für Ishiba

Unter normalen Umständen erhält jedes Mitglied, das in den letzten zwei Jahren einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 4.000 Yen (31,88 Euro) entrichtet hat, eine Stimme.

Doch dieses Mal beschlossen die LDP-Schwergewichte trotz heftiger Opposition innerhalb der Partei, die einfachen Mitglieder von der Stimmabgabe auszuschließen, mit der Begründung, dass der Prozess so schnell wie möglich abgeschlossen werden sollte, um die Auswirkungen von Abes Rücktritt auf die Coronavirus-Reaktion der Nation so gering wie möglich zu halten.

Die Entscheidung der Partei, eine vollständige Abstimmung auszulassen, versetzte Ishiba, der als Abes Erzrivale in der LDP gilt, einen Schlag. Ishiba ist in Meinungsumfragen nämlich die bevorzugte Wahl der Öffentlichkeit für den nächsten Nachfolger und ist bei den LDP-Mitgliedern an der Basis beliebt, aber es fehlt ihm die breite Unterstützung seiner Gesetzgeberkollegen.

Im Gegensatz dazu hat Suga die Unterstützung der großen Parteifraktionen gewonnen, obwohl er selbst keiner angehört. Und das noch bevor er seinen Beitritt zum Rennen ankündigte.

Mehrere Fraktionen unterstützen Suga

Die mit 98 Mitgliedern größte Fraktion der LDP unter Führung des ehemaligen Generalsekretärs Hiroyuki Hosoda hat beschlossen, Suga zu unterstützen, ebenso wie die 54-köpfige Fraktion unter der Führung von Finanzminister Taro Aso.

Eine 47-köpfige Gruppe unter Führung des derzeitigen LDP-Generalsekretärs Toshihiro Nikai plant ebenfalls, für Suga zu stimmen, ebenso wie eine 54-köpfige Fraktion unter Führung des ehemaligen Wiederaufbauministers Wataru Takeshita und eine 11-köpfige Gruppe unter Führung des ehemaligen Landministers Nobuteru Ishihara.

Kishida führt eine Fraktion mit 47 Mitgliedern an, während die Fraktion von Ishiba 19 Mitglieder hat.

Anzeige
Anzeige

Das könnte sie auch interessieren