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Nicht zielgerichtet genug

Japans Maßnahmenpaket gegen die Inflation verfehlt das Ziel

Die japanische Regierung arbeitet an mehreren Maßnahmenpaketen, um die Inflation zu bekämpfen, doch was bisher angekündigt wurde, geht in die falsche Richtung und verfehlt daher das eigentliche Ziel.

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Die japanische Regierung hat zum Beispiel angekündigt, dass die Subventionen für Ölgroßhändler fortgesetzt werden, trotz der Kritik und der steigenden Kosten.

Maßnahmenpaket sieht weitere Subventionen für Ölgroßhändler vor

Durch den Plan, die japanischen Ölgroßhändler bis mindestens Ende des Jahres weiter zu subventionieren, steigenden die Kosten um weitere 1,3 Billionen Yen (ca. 9 Milliarden Euro).

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Dementsprechend ist die Subvention auch in die Kritik geraten, weil sie enorme Mengen an Steuergeldern verschlingt – bisher 1,9 Billionen Yen (etwa 13 Milliarden Euro) – und weil sie zu willkürlich erscheint, da die Großhändler hohe Gewinne melden.

Natürlich müssen in der aktuellen Situation Maßnahmenpakete geschnürt werden, um den schnellen Preisanstieg für lebenswichtige Güter zu bremsen, aber die ergriffenen Maßnahmen müssen sich auf die unmittelbare Krise konzentrieren.

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Dazu würde zum Beispiel gehören, dass Geringverdiener und auch Unternehmen direkt unterstützt werden, wenn sie durch die steigenden Preise in Probleme geraten.

Das aktuelle Maßnahmenpaket kommt allerdings eher wohlhabenden Menschen zugute, die davon profitieren, dass der Konsum am Laufen gehalten wird.

Eigentlich wurde dieses Mal auch über eine Obergrenze der Subventionen diskutiert. Der Plan wurde von der Regierung allerdings in letzter Minute gekippt und es gibt keine Strategie, wie man diese Subventionen später wieder stoppen will.

Ebenfalls zum Maßnahmenpaket gehört, dass der Preis für importierten Weizen nicht steigen soll.

Allerdings könnte in Japan dann auch Reis anstelle von Weizen als Grundnahrungsmittel verwendet werden. Ein längerer Eingriff in die Preise eines bestimmten Produkts, der über den Rahmen einer Abfederungsmaßnahme hinausgeht, ist sehr fragwürdig, da er die Entscheidungen der Verbraucher verzerren könnte.

Kleines Geldgeschenk für einkommensschwache Haushalte

Und als kleines Geschenk bekommen einkommensschwache Haushalte eine Einmalzahlung von 50.000 Yen (ca. 346 Euro). Dass man Menschen mit wenig Geld unterstützt, ist natürlich sinnvoll, aber zum einen ist die Höhe nicht angemessen, da die Summe praktisch nur ein Tropfen auf einen sehr heißen Stein ist. Zum anderen stellt sich die Frage, ob der Umfang der Anspruchsberechtigung nicht zu gering ist.

Das angekündigte Maßnahmenpaket ist vor allem eines: teuer. Dafür zapft die japanische Regierung die Reservefonds an. Doch statt mit der Opposition über die Maßnahmen zu diskutieren, verweigert die japanische Regierung jede Diskussion und setzt ihren Standpunkt durch.

Außerdem zeigen die nicht zielgerichteten Maßnahmen auch, dass der japanische Premierminister nicht der selbst ernannte Zuhörer ist, als den er sich gerne ausgibt.

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