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HomeNachrichten aus JapanPolitikJapans neuer Premierminister sendet Opfergabe an den Yasukuni-Schrein

Festhalten an einer umstrittenen Tradition

Japans neuer Premierminister sendet Opfergabe an den Yasukuni-Schrein

Japans neuer Premierminister Fumio Kishida hält an der umstrittenen Tradition fest, eine Opfergabe an den Yasukuni-Schrein zu schicken.

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Der Schrein ist für die Nachbarn des Landes ein Symbol für den Militarismus und die Opfergaben werden daher besonders in China und Südkorea kritisiert.

Premierminister beschränkt sich auf Opfergabe

Kishida kündigte allerdings an, dass er sich nur auf das „Masakaki“ beschränkt und den Schrein nicht in während des Herbstfestes besuchen wird.

Sein Vorgänger Yoshihide Suga besuchte den Yasukuni-Schrein am Sonntag. In seiner Zeit als Premierminister beschränkte er sich darauf, ebenfalls nur eine Opfergabe zu senden.

Der Schrein ehrt verurteilte Kriegsverbrecher sowie rund 2,5 Millionen Kriegstote Japans. Frühere Besuche japanischer Staats- und Regierungschefs haben vor allem China und Südkorea verärgert, wo die Erinnerung an Japans Kriegshandlungen noch immer schmerzt.

Kritik aus Südkorea

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Das südkoreanische Außenministerium gab eine Erklärung ab, in der es hieß, Seoul sei zutiefst enttäuscht und bedauert, dass die japanische Führung erneut ein Opfer an den Schrein schickt und ihn wiederholt besucht, obwohl er Japans Angriffskrieg verherrlicht und Kriegsverbrecher beherbergt.

Die Opfergabe des neuen Premierministers kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt in Japan. Weniger als zwei Wochen nach seinem Amtsantritt löste Kishida, der auch Vorsitzender der Liberaldemokratischen Partei ist, am Donnerstag das Unterhaus auf, damit Ende dieses Monats allgemeine Wahlen stattfinden können.

Von den Kabinettsmitgliedern sandten Gesundheitsminister Shigeyuki Goto und Kenji Wakamiya, der für die Weltausstellung 2025 in Osaka zuständige Minister, getrennt voneinander Opfergaben an den Schrein.

Eine parteiübergreifende Gruppe japanischer Gesetzgeber, die den Besuch des Schreins zum Gedenken an die Kriegstoten des Landes befürwortet, hat seit Beginn der Coronavirus-Pandemie auf einen gemeinsamen Besuch der Feste verzichtet und wird dies auch dieses Mal tun.

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